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Darmstadt: Kulturveranstaltung zum Antikriegstag

Darmstadt (Korrespondenz), 03.09.16: Zum Antikriegstag gab es auf einem der belebtesten Plätze in Darmstadt eine Kulturveranstaltung mit Reden, Liedern und Pantomime gegen Waffen, Aufrüstung und Krieg. Das vor etwa zwei Jahren neu gegründete Friedensbündnis Darmstadt hat das bestens organisiert. Das Bündnis bot auch zahlreiches Material an zur wissenschaftlichen Friedensforschung. Lange waren immer etwa 100 Leute da.

Das Transparent hinter dem Mikro lautete "Waffen sind das Problem, nicht die Lösung". Auch wenn damit von der Hauptursache für die Kriege der Mächtigen - vom rücksichtslosen, mit  Tod vieler Menschen verbundenen Streben nach Maximalprofit des internationalen Finanzkapitals und der ihm hörigen Regierungen - drastisch abgelenkt wird, so gab es doch viele konkrete Gemeinsamkeiten im Protest und in den Gefühlen:

  • Gegen die Unmenge von Kriegen, unter denen die Menschen leiden
  • Gegen die regelrechte Offensive in der Steigerung der Rüstungsausgaben (Aufstockung des Rüstungsetats um 5 auf 39,2 Mia € im Jahr 2020 / 130 Mia € bis 2030 für neues Kriegsmaterial)
  • Gegen die profitträchtigen Waffenexporte (aus Deutschland kommen weltweit am drittmeisten Waffen)
  • Gegen die Betonung der militärischen Rolle in der deutschen Außenpolitik und die Bundeswehreinsätze in aller Welt
  • Gegen die Verharmlosung in den Begriffen, zB Einsätze der Bundeswehr als "humanitäre Hilfe" verkaufen
  • Gegen die Interventionskriege, die die Lebenslage der Menschen unerträglich machen und weitere Fluchtursachen schaffen und verstärken
  • Gegen die Stationierung von neuen Atomwaffen in Büchel - mit vielfacher Hiroshima-Wirkung und andererseits flexibler Sprengkraft.
  • Gegen die Perversität, dass besonders Kinder von den Auswirkungen der Kriege betroffen sind
  • Gegen die Propaganda für das Militär in den Schulen

Stattdessen brauchen die Menschen Kultur und Perspektive und müssen sie sich erkämpfen. "Wir haben dafür eine besondere Verantwortung", wurde gesagt. Abends gab es in Darmstadt im DGB-Haus noch einen Vortrag mit Diskussion zum neuen Bundeswehr-Weißbuch.