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Antikriegstag in Tübingen: "Krieg beginnt hier - bekämpfen wir ihn hier!"

Antikriegstag in Tübingen: "Krieg beginnt hier - bekämpfen wir ihn hier!"

Tübingen (Korrespondenz), 05.09.16: Trotz Wochentag, Schul- und Semesterferien kamen 80-100 Menschen unter diesem Motto am 1.9. zusammen. Ein breites Bündnis hatte dazu aufgerufen: DGB-AK, Friedensplenum-Antikriegsbündnis, DKP, Frauenverband Courage, Gesellschaft  Kultur des Friedens, Informationsstelle Militarisierung (IMI), Linkspartei, MLPD, Offenes Treffen Jugend gegen Krieg, Solidarität International, SDAJ, Tübinger Linke Liste, Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes - Bund der Antifaschisten (VVN-BdA) sowie kurdischer Verein Reutlingen-Tübingen. Leider fehlen IG Metall und ver.di bisher.

In den sechs vorbereiteten Redebeiträgen und an den Infoständen wurden unterschiedliche Standpunkte vertreten, aber einig war man sich, gegen Krieg, Kriegs- und Fluchtursachen zu kämpfen. Das ging von unbeirrbarem Pazifismus über die Verteidigung Putins als Opfer westlicher Hetze bis hin zur Unterstützung des bewaffneten Kampfes in Rojava und der Forderung, das PKK- Verbot in Deutschland aufzuheben.

Die Entwicklung in der Türkei und in Syrien war zentrales Thema, aber auch andere Kriegsschauplätze wurden angesprochen. Die MLPD sprach von ihrer Einschätzung der neoimperialistischen Staaten.

Viele Passantinnen und Passanten blieben stehen und hörten interessiert zu. Frauen von Courage stellten in einer kurzen Szene anschaulich den Terror gegen die kurdische Bevölkerung im Osten der Türkei dar und sangen "Kardeslerim" von Nazim Hikmet: "Brüder, Schwestern, sind meine  Haare auch blond und meine Augen blau, so bin ich doch Afrikaner, bin doch Asiat ..."

Die jahrelange nicht immer einfache Zusammenarbeit führte dieses Jahr sowohl in der Vorbereitung als auch vor Ort zu einer Atmosphäre von Respekt gegenüber andern Meinungen.