Katastrophenalarm

Hitzewelle im Frühherbst und "Sintflut" in Großbritannien

Hitzewelle im Frühherbst und "Sintflut" in Großbritannien
(foto: MLPD)

15.09.16 - Die einen ärgern sich, dass am 13. September das Fußballspiel der Champions League von Borussia Mönchengladbach gegen Manchester City wegen Unwetter mit Starkregen und Dauerblitzen abgesagt werden musste. Die anderen freuen sich, dass es endlich richtig Sommer mit über 30 Grad ist und vielerorts die Freibadsaison verlängert wird. Am Montag wurde in Bernburg an der Saale fast ein neuer Rekord für den Monat September aufgestellt: 34,4 Grad Celsius zeigte die Messstation an, wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) in Offenbach mitteilt.

Die lange Dauer dieser Hitzewelle ist für September absolut ungewöhnlich. Bisher ist er um 5,3 Grad wärmer als im Vergleich zum vieljährigen Mittelwert. Obwohl der Monat noch nicht mal zur Hälfte vorbei ist, wurden schon 60 bis 75 Prozent der üblichen Sonnenscheindauer mit entsprechender Trockenheit erreicht. Auch an der Südostküste Grönlands liegt mit 8,2 Grad Celsius die Durchschnittstemperatur um 2,3 Grad über dem Schnitt von 1981 bis 2010.

Im Vorwort des vorgestern veröffentlichten nationalen Klimareports 2016 erklärt Dr. Paul Becker, Vizepräsident des DWD: "Das Jahr 2015 war mit einer Mitteltemperatur von 9,9 Grad Celsius (°C) in Deutschland, gemeinsam mit den Jahren 2000 und 2007, das zweitwärmste Jahr seit Beginn der flächenhaften Messungen im Jahr 1881. Den Temperaturrekord hält das Jahr 2014 mit 10,3 °C. Diese Werte stellen dabei sehr wahrscheinlich nur die bisherigen Höhepunkte einer fortlaufenden Entwicklung dar."

"Sintfluten" in England und Temperaturen wie im Juli bei uns sind die Folge des durch klimaschädliche Gase verursachten Treibhauseffekts. Der Kohlendioxid-Ausstoß durch Verbrennung fossiler Energieträger erhöhte sich allein im ersten Jahrzehnt dieses Jahrhunderts um 29 Prozent. 2012 wurde eine Rekordmenge von 35,4 Milliarden Tonnen Kohlendioxid freigesetzt.¹

Die Folgen werden immer dramatischer, auch wenn bezahlte Klimaskeptiker im Auftrag der Herrschenden versuchen, sie als "normale" Wetterkapriolen herunterzuspielen und Meteorologen in den bürgerlichen Massenmedien uns zur verlängerten Freibadsaison beglückwünschen. Dazu schreibt Stefan Engel in "Katastrophenalarm! Was tun gegen die mutwillige Zerstörung der Einheit von Mensch und Natur?":

"Die Entwicklung verläuft nicht gradlinig. Natürliche Klimaschwankungen können zeitweilig den Prozess der Erwärmung überlagern. Das kann jedoch die lebensgefährliche Gesamtrichtung der beschleunigten Klimaerwärmung nicht verändern. Sie steuert auf 'Kipppunkte' zu, an denen eine bis dahin allmähliche quantitative Zunahme bestimmter Faktoren in qualitative Sprünge umschlägt. Ein beschleunigter Umschlag in die Weltklimakatastrophe ist bereits in vollem Gang."²

Statt Sofortmaßnahmen zur Rettung des Weltklimas zu ergreifen, bewirken die Entscheidungen der Monopolpolitiker der Bundesregierung das Gegenteil. So wurde mit der letzten Novelle des Erneuerbare Energien Gesetzes (EEG) vom Juli 2016 der Ausbau der erneuerbaren Energien bis 2025 auf höchstens 45 Prozent ausgebremst. Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) hat ohnehin völlig unzureichende konkrete Ziele für den Ausstieg aus der Kohleverbrennung oder die Senkung der Fleischherstellung aus dem Klimaschutzplan 2050 "auf Bitten des Kanzleramtes" ganz gestrichen.³ Von dieser Seite ist keine Rettung der natürlichen Umwelt zu erwarten!

In ihrem Aufruf zum diesjährigen Weltklimatag am 12. November 2016 während der UN-Klimakonferenz vom 7. bis 18. November in Marrakesch unter dem Motto "Um die Rettung der Umwelt und des Weltklimas müssen wir uns selber kümmern!" ruft dagegen die Umweltgewerkschaft auf, "örtliche und regionale Bündnisse zu schließen bzw. bestehende zu verbreitern und die Zusammenarbeit zu festigen". Daran wird sich auch die MLPD beteiligen und diesen Tag als gemeinsamen Kampftag der ICOR zur Rettung der Umwelt vor der Profitwirtschaft begehen.

¹ Stefan Engel: "Katastrophenalarm! Was tun gegen die mutwillige Zerstörung der Einheit von Mensch und Natur?", S. 113

² ebenda, S. 124

³ Westdeutsche Allgemeine Zeitung, 07.09.16

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Hier geht es zur Homepage der Umweltgewerkschaft!

Hier gibt es alle Informationen über die ICOR!