Politik

Protestkundgebung gegen Folgen des Bayer/Monsanto-Deals

Protestkundgebung gegen Folgen des Bayer/Monsanto-Deals
(rf-foto)

Köln (Korrespondenz), 15.09.16: Für umgerechnet rund 59 Milliarden Euro kauft Bayer den US-Saatgutkonzern Monsanto. Das wurde gestern nach einem monatelangen Übernahme-Poker bekannt. Bereits am 8. September fand am Tor 1 des Chemparks Leverkusen eine Protestkundgebung verschiedener Organisationen und Parteien gegen die Folgen dieses Deals statt (siehe rf-news). Eine Aktionseinheit von Umweltgewerkschaft/Gruppe Köln-Leverkusen, Montagsdemo Leverkusen, MLPD Südliches Rheinland, Linkspartei Leverkusen, Jugendverband REBELL und mehrerer Einzelpersonen führte sie durch.

Am offenen Mikrofon wurden die verschiedenen Seiten des ca. 65 Milliarden Dollar teuren Kaufs von Monsanto kritisch und faktenreich diskutiert. Mit diesem Deal entsteht das größte Übermonopol weltweit im Bereich Saatgut und Pflanzenschutz, so die MLPD-Vertreterin. Das bedroht die Ernährung der wachsenden Weltbevölkerung, denn Bayer erhofft sich traumhafte Profite durch ihr Diktat als Weltmarktführer.

Als Illusionsmacherei und Spaltung kritisierte Karl-Heinz Kunkel, der selbst über 40 Jahre bei Bayer beschäftigt war, den angeblichen Kündigungsschutz an den deutschen Bayer-Standorten. Die Anlage 1 der bis 2020 dauernden Gesamtbetriebsvereinbarung ermöglicht Arbeitsplatzvernichtung im Massenumfang.

Toni Michelmann von der Coordination gegen Bayer-Gefahren sagte dazu, dass die Fusionen der letzten 15 Jahre im Pharmabereich über 500.000 Menschen auf die Straße gesetzt haben. Er wies auf die Gefahren der Monsanto-Gentechnik und die Bedrohung von Pflanzen und Tiere durch Bayer-Pestizide hin. Weitere Beiträge von Linkspartei, Jugendverband REBELL, Umweltgewerkschaft und Gottfried Schweitzer, der im Kampf gegen die CO-Pipeline von Bayer aktiv ist, rundeten die spannende Kundgebung ab. Chempark-Kollegen hörten interessiert auf der anderen Straßenseite zu.