Politik

Berlin, Hamburg, Oberhausen: Aktionen gegen geplante Arbeitsplatzvernichtung bei MAN Diesel & Turbo

 Berlin, Hamburg, Oberhausen: Aktionen gegen geplante Arbeitsplatzvernichtung bei MAN Diesel & Turbo
Berlin: Protest gegen drohende Arbeitsplatzvernichtung (Foto: IG Metall)

11.10.16 - MAN Diesel & Turbo plant die Vernichtung von insgesamt 1.400 Arbeitsplätzen, davon 1.000 in Deutschland und 300 in Berlin. Der Standort Berlin soll zu einem Komponentenwerk degradiert werden, 300 von 520 Beschäftigten sollen ihren Arbeitsplatz verlieren. Restrukturierung heißt das im Vorstandsjargon. Übersetzt heißt es: Die Beschäftigten sollen die Suppe auslöffeln, die VW- und MAN-Vorstände angerichtet haben.

Seit dem 23. September haben die Kolleginnen und Kollegen in Berlin aus Protest gegen diese Pläne bereits zwei Mal die Arbeit niedergelegt. Als am 5. Oktober die Vorstände von MAN Diesel & Turbo das Berliner Werksgelände betraten, hatten zahlreiche Beschäftigte ein Spalier gebildet. Belegschaft, Betriebsrat und IG Metall fordern, dass der Berliner Standort als eigenständiger Standort und mit eigenen Produkten erhalten bleibt.

In Hamburg sollen die beiden Werke im Hafen (Diesel-Service und Turbinenbau) bis auf ca. 40 Kollegen für Diesel-Service platt gemacht werden. In Oberhausen sollen 350 Arbeitsplätze vernichtet werden, davon in der Neubau-Fertigung jeder dritte Arbeitsplatz. Aus Berlin und Hamburg sollen gesamt 93 Engineering-Arbeitsplätze nach Oberhausen verlegt werden.

Der Vorstand erklärte die geplante Arbeitsplatzvernichtung zum "Geschäftsgeheimnis"; den Kollegen in Oberhausen wurde die geforderte Information verweigert. Sogar die bürgerliche Rechtssprechung erklärt in verschiedenen Arbeitsgerichtsurteilen, dass bei "Personalabau" kein Geschäftsgeheimnis zu wahren sei.

Momentan findet eine breite Auseinandersetzung darüber statt, wie man der geplanten Vernichtung der Arbeitsplätze entgegentreten muss.