Politik

Dura in Plettenberg fliegt Arbeiter aus Portugal für Sonderschichten ein

12.10.16 - Beim Plettenberger Autozulieferer Dura sollen aus Portugal eingeflogene Arbeiter weiterhin an den Wochenenden arbeiten. Sie hatten zum Ärger der heimischen Belegschaft schon am Wochenende 8./9. Oktober 2016 Schichten geleistet.

Hintergrund ist, dass Dura im Plettenberger Werk die Hälfte der 1.000 Arbeitsplätze vernichten will. Dabei gibt es viele offene Aufträge. Der Betriebsrat verweigert die Zustimmung zu Überstunden und Wochenend-Schichten; er will die Entscheidung über einen Sozialplan durchsetzen.

In der Nacht zum 8. Oktober wurden rund 280 Arbeiter aus Portugal eingeflogen. Sie haben am darauffolgenden Wochenende im Plettenberger Werk gearbeitet. Ein Unternehmenssprecher sagte gegenüber dem WDR, dass einige Kunden - große Autokonzerne - "die Geduld verlören".

Am 8. Oktober versammelten sich Dutzende Kolleginnen und Kollegen der Plettenberger Belegschaft aus Protest vor dem Werkstor. Die portugiesischen Arbeiter begannen trotzdem um 6 Uhr mit der Arbeit in der Frühschicht.

Torsten Kasubke von der IG Metall hatte mit einigen Gewerkschaftskollegen noch in der Nacht zum Samstag beim Landesarbeitsgericht in Hamm einen Eilantrag gegen die Wochenendarbeit gestellt – erfolglos. Zuvor hatte bereits das Arbeitsgericht Iserlohn die Schichten am Wochenende genehmigt. Am Sonntag, dem 9. Oktober 2016, standen jedoch die Bänder still, da Dura für die Sonntagsarbeit keine Genehmigung bekommen hat.

Die Montagsdemo Hagen hat der Plettenberger Dura-Belegschaft ihre Solidarität zugesichert (morgen mehr auf rf-news).