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Vorbereitung der 2. Internationalen Bergarbeiterkonferenz: Gestern erfolgreiche Vorbereitungskonferenz und Spendengala

Vorbereitung der 2. Internationalen Bergarbeiterkonferenz: Gestern erfolgreiche Vorbereitungskonferenz und Spendengala
Bis auf den letzten Platz besetzt zeigte sich der Kultursaal Horster Mitte anlässlich der Spendengala (rf-foto)

16.10.16 - Die internationalen Bergarbeiter stehen in den letzten Monaten weltweit an der Spitze im Kampf um höhere Löhne und Gehälter, für Verbesserung der Arbeitsbedingungen, für Arbeits- und Gesundheitsschutz und gegen Zechenschließungen. Diese Kämpfe sind oft verbunden mit Forderungen zum Schutz der natürlichen Umwelt und werden gemeinsam mit der Bevölkerung geführt. Ihre Kämpfe werden zum Teil massiv durch Polizei oder Militär unterdrückt. Wie in Kolumbien werden nach wie vor Gewerkschafter ermordet.

Die Bergarbeiter müssen aber auch lernen, mit der Politik der Klassenzusammenarbeit fertig werden, die durch die internationale Gewerkschaftsorganisation „industriALL“ weltweit exportiert wird. Die Kämpfe der Bergarbeiter reichen von Amerika über Afrika, Europa, Asien bis nach Australien. Sie stehen dabei einem gemeinsamen Gegner gegenüber: Es sind eine Handvoll internationaler Rohstoffkonzerne als Teil des internationalen Finanzkapitals. Um gegenüber diesem Gegner eine überlegene Macht zu werden, müssen sich die Bergleute international zusammenschließen.

Die zweite Internationale Bergarbeiterkonferenz findet vom 2. bis 5. Februar in Ramagundam/Godavarikhani in Indien statt. Die Hauptaufgaben der Delegiertenkonferenz werden die Verabschiedung eines gemeinsamen Kampfprogramms und Festlegungen über die Höherentwicklung der Koordinierung sein. Diese Konferenz wird zur Zeit in vielen Ländern vorbereitet. Es gibt bereits Anmeldungen aus über 20 Ländern und mit weiteren 30 gibt es Kontakte und Gespräche.

Am gestrigen 15. Oktober fand in Deutschland die erste nationale Konferenz zur Vorbereitung statt. Rund 50 Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren nach Gelsenkirchen gekommen: Kumpel aus dem Steinkohlebergbau, Freundinnen und Freunde der Bergleute, Bergarbeiterfrauen vom Frauenverband Courage. Sie diskutierten und verabschiedeten nach einer lebhaften Diskussion den Rechenschaftsbericht des Hauptkoordinators und Bergmanns Andreas Tadysiak. Sie berichteten von den Erfahrungen bei der Bekanntmachung und Werbung für die 2. IMC und machten Vorschläge für die weitere Arbeit. Anschließend wurden die über dreißig Änderungsanträge zum Kampfprogramm beraten und verabschiedet. Höhepunkt war die Wahl der fünf Delegierten für die 2. IMC - darunter zwei Frauen - und zweier Ersatzdelegierter. Alles kompetente und eng mit der Arbeit und dem Leben der Bergarbeiter und ihrer Familie verbundene Menschen.

Der zweite Höhepunkt des Tages war eine Spendengala in der "Horster Mitte", zu der "Kumpel für AUF" eingeladen hatte. Die Spenden sind für einen Fonds zur Finanzierung der Reisekosten für Delegierte aus Ländern, die sonst nicht an der Konferenz teilnehmen könnten. Über 300 Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren zu diesem begeisternden Fest gekommen. Unterstützt wurde die Gala von verschiedenen Organisationen und Einzelpersonen: Kommunalwahlbündnisse aus Gelsenkirchen, Bergkamen, Witten, Neukirchen-Vluyn, Mülheim, Essen, der MLPD und dem Jugendverband REBELL, der internationalen Solidaritäts- und Hilfsorganisation SI und anderen. Die Einnahmen zahlreicher Stände wurden teilweise oder ganz gespendet: von second hand-Kleidungsstücken über Schmuck, Bücher, selbstgemachter Marmelade bis hin zu Bergbauutensilien. Eine Tombola und eine Versteigerung mit Schallplatten und CDs des Liedermachers Frank Baier trugen mit zum Spendenergebnis bei. Ausschließlich durch Spenden war ein tolles und reichhaltiges internationales Buffet zusammengestellt worden. Zwischen den Tanzeinlagen der Gruppe Infrarot und DJ Kave gab es Lieder von Frank Baier und dem Ruhrchor und einen Sketch der Bergarbeiterfrauen.

Pradeep, der stellvertretende Hauptkoordinator der Internationalen Koordinierungsgruppe, berichtet vom Stand der Vorbereitung der 2. IMC in Indien. Monika Gärtner-Engel überbrachte als Hauptkoordinatorin der ICOR die Grüße der revolutionären Weltorganisation und sicherte die volle Unterstützung zu. Sie überbrachte kämpferische Grüße eines Bergarbeiters und Gewerkschaftsführers aus Kolumbien, verbunden mit dem Wunsch, dass ausgehend von der 2. IMC der Druck auf die Bergbaumonopole weltweit erhöht wird.

Phosphatbergarbeiter aus Togo schickten ein Grußwort. Sie berichteten von ihren Streiks, die seit drei Monaten andauern, und kündigten ihre Teilnahme an der Konferenz an. Christian Link, Bergmann und Gründungsmitglied von "Kumpel für AUF", berichtete über die erfolgreiche Arbeit der Bergarbeiterbewegung. Gewerkschafter der Initiative "Offensiv" von Opel und von thyssenkrupp Steel aus Duisburg überbrachten Grußworte. Sie betonten, wie wichtig es ist, voneinander zu lernen und gemeinsam zu kämpfen. Auch Rechtsanwalt Daniel Kuhlmann sandte ein Grußwort. Er vertritt seit Jahren Bergleute vor Gericht im Kampf gegen die RAG.

Ein in Deutschland lebender griechischer Kollege brachte eine Solidaritätsresolution mit den griechischen Braunkohle-Bergarbeiter ein, die um ihre Arbeitsplätze kämpfen. Sie wurde ebenso einstimmig verabschiedet wie die Solidaritätserklärung an die Bergleute in Togo. Um 23:55 war das Spendenziel von 20.000 € mit 22.287 € deutlich überboten.

Ein gelungener Höhepunkt und Auftakt für den Schlussspurt zur Bekanntmachung und Vorbereitung der 2. IMC in Verbindung mit den Kämpfen der Bergarbeiter.