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"Solidarität International" ruft auf: Nach Hurrikan werden in Haiti dringend Spenden gebraucht!

"Solidarität International" ruft auf: Nach Hurrikan werden in Haiti dringend Spenden gebraucht!
Obdachlose Menschen in Haiti (foto: Olaf Saltbones)

15.10.16 - Nach dem Hurrikan "Matthew" ist die Lage der Massen in Haiti in vielen Regionen katastrophal. Die Angaben über die Zahl der Toten sind unterschiedlich - zwischen 500 und mehr als 1000. In entlegenen Regionen kann noch kaum Hilfe geleistet und konnten auch nicht alle Todesopfer geborgen werden. 200.000 Menschen sind obdachlos, 1,4 Millionen Menschen sind auf Hilfe angewiesen. Es gibt kein Baumaterial, vielerorts ist die Ernte verloren (rf-news berichtete mehrfach; u.a. am 8. Oktober).

Mühsam hatten die Menschen nach dem schweren Erdbeben vor sechs Jahren Wiederaufbauarbeit weitgehend in Eigenregie geleistet. Die wechselnden Übergangsregierungen des krisengeschüttelten Landes erfüllten nicht eine ihrer Versprechungen, Spendengelder wurden veruntreut, die amerikanische Wiederaufbaukommission arbeitet an der Umwandlung Haitis in ein Billiglohnland für ausländische Textilkonzerne. Immer wieder ist Haiti von den sich häufenden regionalen Umweltkatastrophen extrem betroffen. Metereologen warnen, dass sich bereits ein neuer Hurrikan entwickelt.

Der UN-Einsatz MINUSTAH ("UN-Mission für die Stabilisierung in Haiti") unter Führung der USA ist bei den Massen tief verhasst. Sie fordern seit langem den sofortigen Abzug der UN-Truppen und demonstrierten massenhaft gegen die Verlängerung dieser Besatzung Haitis. Statt Hilfe brachte MINUSTAH den Menschen Vergewaltigungen von Kindern und Frauen, massive Unterdrückung sozialer Bewegungen und des selbstorganisierten Wiederaufbaus.

Ausgerechnet für die Verlängerung dieses kontraproduktiven und unterdrückerischen MINUSTAH-Mandats um ein halbes Jahr hat sich jetzt die UN-Gesandte Sandra Honoré im UN-Sicherheitsrat ausgesprochen. In Wahrheit geht es nicht um humanitäre Hilfe. Die Verlängerung des Blauhelm-Einsatzes soll eine weitere politische Destabilisierung in Haiti verhindern und zu erwartende Massenproteste und -bewegungen unterdrücken. Denn die Massen finden sich mit den Zuständen im Land nicht ab. In den letzten Jahren verging kaum ein Monat ohne Demonstrationen, Streiks und Proteste, trotz großer Brutalität der Polizeikräfte. Die Neue Kommunistische Partei Haitis (Marxisten-Leninisten), die NPCH (ML) - Nouveau Parti Communiste Haϊtien (Marxiste-Léniniste) leistet unter schwierigsten Bedingungen ihre Arbeit. Sie ist wie die MLPD Mitglied in der revolutionären Weltorganisation ICOR.

Die letzte Präsidentenwahl in Haiti war wegen Massenprotesten gegen Wahlmanipulationen annulliert worden. Der frühere Staatschef Michel Martelly schied im Februar ohne gewählten Nachfolger aus dem Amt. Seitdem regiert Übergangspräsident Jocelerme Privert. Die ursprünglich für morgen angesetzte Neuwahl ist auf den 20. November 2016 verschoben worden.

Bei einer Cholera-Epidemie nach dem Erdbeben 2010 sind mehr als 8.500 Menschen gestorben. Wahrscheinlich hatten nepalesische UN-Blauhelmsoldaten die Krankheit nach Haiti eingeschleppt. Auch jetzt drohen in den überschwemmten Regionen Cholera und Dengue-Fieber. Es muss dringend das einheimische Gesundheitssystem gestärkt werden.

Die Bundesvertretung der internationalen Solidaritäts- und Hilfsorganisation "Solidarität International" (SI) schreibt in einem aktuellen Hilfsaufruf: "Die Ernte ist vernichtet, Felder sind nicht zu bebauen. Eine Hungersnot droht. Rund 1,4 Millionen Menschen sind vor allem im Süden der Karibik-Insel betroffen. Jedwede noch so geringe Infrastruktur ist zerstört. Sechs Jahre nach dem furchtbaren Erdbeben mit mehr als 200.000 Toten und einer Masse an verstümmelten Menschen leben immer noch Zehntausende in Zelten und Notunterkünften. Wirbelstürme wie 'Matthew' speisen ihre Energie aus dem tropisch warmen Meer. Die steigenden Wassertemperaturen als Folge der Erderwärmung führen zur Zunahme und Häufung extremer Wetterlagen und solch zerstörerischer Katastrophen. Grund genug, sich am internationalen Umweltkampftag am 12. November zu beteiligen. Aktuell können Sie über SI direkte Nothilfe leisten: Die Regionalgruppe Bochum unseres Verbandes verfügt über direkte partnerschaftliche Verbindungen nach Haiti und kann gewährleisten, dass Spenden für die Opfer des Hurrikans 'Matthew“ weitergeleitet werden können.

Spenden erbeten auf das Spendenkonto von Solidarität International (SI) e.V. bei der Frankfurter Volksbank unter dem Stichwort Matthew-Haiti
IBAN  DE86 5019 0000 6100 8005 84

Bei Angabe der vollständigen Anschrift erhalten Sie auf Wunsch Anfang 2017 eine Spendenquittung zur Vorlage beim Finanzamt."