Umwelt

Bayer/Monsanto: "Meine Vorfahren haben nicht die Leibeigenschaft abgelegt, damit ich mich in die Knechtschaft des Großkapitals begebe"

Bayer/Monsanto: "Meine Vorfahren haben nicht die Leibeigenschaft abgelegt, damit ich mich in die Knechtschaft des Großkapitals begebe"
Links: Die protestierenden Landwirte. Rechts: Das erlaubte "Widerstandsschwein" (fotos: Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft e.V.; montage: rf-news)

Leverkusen (Korrespondenz) 20.10.16: Am Dienstag, 11. Oktober, demonstrierten circa 30 Bauern vor der Konzernzentrale von Bayer in Leverkusen gegen die Übernahme von Monsanto. Aufgerufen hatte die „Arbeitsgemeinschaft bäuerlicher Landwirtschaft e.V.“, die „aktion agrar – Landwende jetzt!“ und die „Bäuerliche Erzeugergemeinschaft Schwäbisch Hall“. Auch die MLPD unterstützte die Aktion: Eine Sprecherin erklärte die Solidarität.

Die Kundgebung war angemeldet worden – für Zwei-Beiner gleichermaßen wie für Vier-Beiner. Doch die Polizei verbot den Bauern, dass sich die in Anhängern mitgereisten 40 Landschweine – bis auf ein „Widerstandsschwein“ – am Protest beteiligen durften. „Es wäre doch richtig, wenn Sie (gemeint war die Polizei) sich mit uns solidarisierten! Die Polizei behindert uns in unseren demokratischen Rechten!“, so einer der Teilnehmer. Doch dadurch ließen sich die Bauern nicht von ihrem Protest gegen den Zusammenschluss Monsanto/Bayer aufhalten. Rudolf Bühler von der „Bäuerlichen Erzeugergemeinschaft Schwäbisch Hall“: „Ich bin Bauer in der 14. Generation. Meine Vorfahren haben nicht die Leibeigenschaft abgelegt, damit ich mich in die Knechtschaft des Großkapitals begebe.“

Bayer hatte ein großes Banner aufgespannt mit dem dreisten Text „Fakten statt Vorurteile“. Angesprochen auf Monsanto wollte sich der Bayer-Sprecher rausreden: "Ich spreche hier nicht für das Großkapital und nicht für Monsanto!" Georg Janssen von der „Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft e.V.“ hatte dazu die passende Antwort: „Bayer und Monsanto – bleibt uns vom Acker!“ So kämpferisch wie sich die Bauern vor der Bayer-Zentrale gegen Großkapital und Konzerne positionierten, sind sie auf jeden Fall ein Potenzial für das „Internationalistische Bündnis“. Erste Adressen wurden ausgetauscht.