Wirtschaft

Unmut auf der außerordentlichen Betriebsversammlung bei VW in Wolfsburg

Braunschweig (Korrespondenz), 21.10.16: Nachdem bereits tausende Zeitarbeiter „freigestellt“ wurden, will nun der VW-Vorstand mit einer breit angelegten Ausbeutungsoffensive sein Programm „Together 2025“ umsetzen. Nach Wochen der Geheimverhandlungen mit der Betriebsratsspitze um einen „Zukunftspakt“ war man auf der Betriebsversammlung in Wolfsburg am 20. Oktober gezwungen, die Richtung und einige Details offenzulegen. Zur Frühschicht titelte der Vorwärtsgang, die Zeitung von und für Kollegen im VW-Konzern: „30.000 zu viel an Bord? Wir kämpfen um unsere Arbeitsplätze!“

Allein über eine Altersteilzeit sollen 15.000 bis 25.000 Arbeitsplätze in zehn Jahren wegfallen. Die Übernahmegarantie wird in Frage gestellt, Angestellte in der Forschung und Entwicklung sollen bis zu 40 Stunden pro Woche arbeiten. Dabei wird es nicht bleiben. Die Betriebsratsspitze um Bernd Osterloh stimmt dem Grundsatz zu, dass VW mehr Profit machen muss und will „den Karren gemeinsam aus dem Dreck ziehen“.

Dagegen ein Vertrauensmann nach der Frühschicht: „Mit weniger Leuten mehr Autos bauen – das ist die Devise. Im Rohbau lutschen sie schon alle aus. Die Leute sind stinksauer – die Krise haben doch nicht sie gemacht!“ Das VW-Widerstandskomitee Braunschweig sammelte Unterschriften für das Zukunftsprogramm „Die Zukunft der Jugend nicht den Profitinteressen der Autokonzerne opfern!“ und machte eine Umfrage.

Die MLPD warb für das Bündnis der „Internationalistischen Liste/MLPD“ zur Bundestagswahl 2017, um die eigenständige Rolle der Arbeiter und den revolutionären Pol der Linken in Deutschland zu stärken. Einige Kollegen trugen sich ein, um mehr darüber zu erfahren und es zu unterstützen.