Politik

Die Akte GBW - ein bayerischer Wirtschaftskrimi

Erlangen (Korrespondenz), 05.11.16: Der Bayerische Rundfunk enthüllte: Der Verkauf von über 30.000 GBW-Wohnungen 2013 an die Immobilienfirma Patrizier in Augsburg ist ein bayrischer Wirtschaftskrimi.

Die Wohnungen wurden von der Landesregierung in München für 2,45 Mrd. Euro an ein Firmenkonsortium verkauft, das in Augsburg sitzt, tatsächlich aber ein undurchsichtiges Firmengeflecht in Luxemburg ist, genannt ‚Oscar‘.

Damit sollen die wahren Investoren verschleiert und Steuern gespart werden. Die Bieter aus kommunalen Wohnungsbauunternehmen kamen nicht zum Zug, sie wurden ausgebootet. Die Kommunen müssen für sehr viel Geld GBW-Wohnungen zurückkaufen, wenn sie die Wohnungen wieder besitzen wollen.

Und die Landeshauptstadt, in der bezahlbarer Wohnraum besonders knapp ist, geht voran: München hat über 900 GBW-Wohnungen gekauft. Seit 2013 sind die Preise auf dem Immobilienmarkt weiter gestiegen. Kostenpunkt: ein dreistelliger Millionenbetrag.

"Die Münchnerinnen und Münchner müssen um ihre Wohnungen bangen, und die Stadt wird gehalten, mehrere hundert Millionen zu investieren, obwohl wir gerne mit diesen Millionen neuen Wohnraum schaffen würden", erklärte Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter öffentlich.

Durch Luxussanierungen werden Mieter aus ihren Wohnungen gedrängt. Mieten werden erhöht. Die sogenannte ‚Sozialcharta‘ die die Mieter schützen soll, ist in Wirklichkeit wertlos, vollkommen windelweich. Der gesamte Deal ist ein Skandal.