Umwelt

Ausgebildete Lehrerinnen und Lehrer in Marokko brauchen unbedingt internationale Solidarität

Ausgebildete Lehrerinnen und Lehrer in Marokko brauchen unbedingt internationale Solidarität
Protest von ausgebildeten Lehrerinnen und Lehrern in Marrakesch (rf-foto)

Marrakesch (Korrespondenz), 09.11.16: Anlässlich der 22. Weltklimakonferenz der UN (COP22), die derzeit in Marrakesch (Marokko) stattfindet, ist aktuell eine Delegation der Umweltgewerkschaft e.V. vor Ort. Vor drei Tagen stießen wir auf eine Kampfaktion ausstudierter Lehrerinnen und Lehrer auf dem weltberühmten Platz „Djemaa el Fna“ über die wir hiermit aktuell berichten. Gerade wegen bereits erlebter Brutalität der Polizei brauchen sie dringend internationale Solidarität!

Doch der Reihe nach: Seit dem 6. November wird ein Teil des weltberühmten „Platzes der Gaukler“ von ca. 100 graduierten Lehrerinnen und Lehrern besetzt. Sie essen und schlafen nun dort und wollen nicht nachgeben, bis ihre bislang versprochene Einstellung in den Staatsdienst verwirklicht wird. Sie machen auf einen Wortbruch der marrokanischen Regierung aufmerksam und fordern ihre Einstellung in staatliche Dienste, wie es bereits gesetzlich beschlossen war.

Ausgerechnet das am 1. Juli in Kraft getretene Plastikbeutelverbot, das niemand hier ernst nimmt, wurde zum Vorwand von Polizei-Brutalität gegen die Protestierenden. Die ausgelernten Studenten haben diese Plastikfolien nachts benutzt, um sich gegen den Regen zu schützen. Zu Hilfe gerufene Ambulanz für drei schwerer Verletzte wurde nicht durchgelasse. Weitere Übergriffe werden erwartet.

Die Mitglieder der Umweltgewerkschaft sind auch anlässlich der Konferenz Redacop22 vor Ort. Diese ist eine kritische Gegenveranstaltung zur COP22. Auch der Verlag Neuer Weg war vor Ort. An seinem Infostand war das Interesse an der mitgebrachten Literatur enorm groß. Die Redacop22 wird am 13. November eine Protestdemo gegen COP22 der Herrschenden durchführen, die durch die Straßen Marrakeschs führen wird.