Politik

Zuspitzung bei General Electric in Mannheim

Zuspitzung bei General Electric in Mannheim
Belegschaftsprotest bei GE in Mannheim (rf-foto)

Mannheim (Korrespondenz), 10.11.16: Wie in anderen europäischen Ländern schon erfolgt, will General Electric (GE) in Deutschland die Betriebe der GE Power AG weitgehend dicht machen. In Mannheim sind davon unmittelbar 1.066 Jobs betroffen (siehe rf-news). Obwohl für das Mannheimer und Bexbacher Werk ein Investor ernsthaftes Interesse angemeldet hat und erste Verhandlungen stattfanden, denkt GE nicht daran, die Fabriken ohne Massenentlassungen zu verkaufen. In ersten Gesprächen war noch der Erhalt der Arbeitsplätze und die Tarifbindung zugesagt worden.

Gestern ließ das Management mit einer neuen Erpressung die Katze aus dem Sack: Wenn der Betriebsrat nicht bis zum 30. November einem Sozialplan zustimmt, werde der GE-Konzern kein Geld dafür zur Verfügung stellen. Es wird angedroht, dass man die deutsche AG in Insolvenz gehen lässt. Ein Ultimatum des Managements, bis zum 8. November, um 19 Uhr, diesem Erpressungsmanöver zuzustimmen, ließ der Betriebsrat verstreichen. Kurz darauf, um 20.15 Uhr, ging eine Mitteilung an alle Beschäftigten raus, die den Beschäftigten den Verlust der Abfindungen androht und dem Betriebsrat die Schuld dafür in die Schuhe schiebt.

Am 9. November rief der Betriebsrat morgens die Kollegen auf dem Werksgelände zusammen und informierte direkt über die Erpressung. Die Parole wurde ausgegeben: "Wir lassen uns nicht erpressen, jetzt ist eine härtere Gangart angesagt!" Wie die genau aussehen soll, soll am Samstag auf einer Vertrauensleuteversammlung beraten werden.