International

Bezirksamt Hamburg-Mitte verbietet Kobanê-Film-Veranstaltung

Bezirksamt Hamburg-Mitte verbietet Kobanê-Film-Veranstaltung
Mit diesem Zettel an der Tür des Veranstaltungsorts erklärte das Bezirksamt Hamburg-Mitte die Kobanê-Film-Veranstaltung für verboten (rf-foto)

Hamburg (Korrespondenz), 19.11.16: Das Kobanê-Solidaritäts-Komitee-Nord hatte zu einem Filmabend "Den Sieg sichern!" und anschließender Diskussion mit Flyern und Plakaten in das Kinder-, Jugend- und Familienzentrum in Hamburg Finkenwerder eingeladen. Von dem Zentrum wurde die Veranstaltung begrüßt, weil der Aufbau des Gesundheitszentrum ein positives Signal zum Bleiben für Flüchtlinge und einen Wiederaufbau in Nordsyrien setzt.

Umso größer war die Überraschung, als wir am Vormittag vor der Veranstaltung einen Anruf erhielten, dass diese vom Bezirksamt Hamburg Mitte verboten wurde. Als Begründung wurde genannt, dass auf dem Einladungs-Flyer der Jugendverband REBELL genannt wird, der vom "Verfassungsschutz" beobachtet wird.

Am Abend fand eine lebhafte Diskussion statt, in der wir uns schnell einig waren, dass das ein politisches Verbot ist. Den Film konnten wir leider nicht zeigen, aber ein Brigadist berichtete über den Aufbau und die heutige Nutzung des Gesundheitszentrums sowie die Signalwirkung, die es für einen neuen Anfang in Rojava hat (siehe rf-news). Die selbst hergestellten, leckeren Börek fanden gegen Spenden von insgesamt 18,20 Euro begeisterte Abnehmer. Eine Film-Ausgabe auf DVD wurde verkauft.

Vor der Tür des Kinder-, Jugend- und Familienzentrums hatten wir noch eine intensive Diskussion mit einem türkischen Erdoğan-Anhänger. Die Szene vor der Tür wurde von der Polizei aus dem Auto mit laufenden Motor und eingeschalteten Fahrlicht beobachtet. Darauf angesprochen meinte der Polizist, dass er eine Eskalation verhindern wollte und dass wir ihn notfalls rufen sollen. Wir werden jedenfalls dagegen vorgehen und die Film-Veranstaltung in Finkenwerder durchführen. Das Verbot wird nicht hingenommen.