Betrieb und Gewerkschaft

VW will 30.000 Arbeitsplätze vernichten

VW will 30.000 Arbeitsplätze vernichten
(grafik: MLPD)

19.11.16 - Gestern hat der VW-Aufsichtsrat ein massives Programm zur Abwälzung der Krisenlasten auf die Beschäftigten der Automarke VW beschlossen. Das ist ein Angriff auf alle Beschäftigten und ihre Familien in den VW-Werken weltweit. Betroffen sind davon in Deutschland mehr als 125.000 Beschäftigte in den sechs VW-Werken in Emden, Wolfsburg, Hannover, Salzgitter, Braunschweig und Kassel sowie VW Sachsen mit den Werken in Chemnitz, Zwickau und Dresden.

Wesentliche Punkte des Krisenprogramms sind:

  • Vernichtung von weltweit 30.000 Arbeitsplätzen, davon 23.000 in Deutschland – das trifft fast jeden fünften Beschäftigte - und 7.000 in Brasilien. Die Arbeitsplatzvernichtung soll "ohne betriebsbedingte Kündigungen" über Altersteilzeit, Teilzeitarbeit und Abfindungen abgewickelt werden. Das gilt allerdings nicht für die 5.700 Leiharbeiter, die nach Auskunft des Betriebsrates von VW Wolfsburg Teil der Vernichtung der 23.000 Arbeitsplätzen sind.
  • Weniger Arbeiterinnen und Arbeitern sollen mehr Autos bauen, um dadurch den Profit jährlich um 3,7 Milliarden Euro zu steigern und damit zu verdoppeln - ein Programm der verschärften Ausbeutung.
  • Für die Digitalisierung und Entwicklung alternativer Antriebe sollen 3,5 Milliarden Euro investiert und angeblich 9.000 neue Arbeitsplätze in diesen Bereichen geschaffen werden.

Dieses Programm ist ein Frontalangriff auf die Beschäftigten in den VW-Werken zur Abwälzung der Lasten der VW-Krise. Während die VW-Führung in den letzten sechs Jahren rund 400 Millionen Euro kassierte, sollen jetzt die Belegschaften für die kriminellen Machenschaften der Verantwortlichen zahlen. Das ist nicht einzusehen! Noch ist bislang kein einziger der für die Manipulationen Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen worden! Die Verursacher sollen für die Krisenlasten aufkommen!

Die zehntausendfach verteilte Broschüre der MLPD zur VW-Krise hat sicher dazu beigetragen, dass sich unter den Belegschaften eine Haltung entwickelt: "Wir zahlen nicht für Eure Krise!" Dazu ein Kollege aus Wolfsburg: "Die Kollegen sind in Wolfsburg alle stinksauer. Jeder ist gespannt, was kommt. Jeder hat Angst um seinen Arbeitsplatz." Kollegen aus Hannover erklärten: "Wir müssen was machen ... Eigentlich müssten wir jetzt sofort eine Informationsveranstaltung auf dem Stöckener Markt machen."

Zur miserablen Lage der Leiharbeiterinnen und Leiharbeiter bei VW erklärte ein Kollege aus Hannover: "Selbst die Regierung will mittlerweile wegen dem Unmut aus der Bevölkerung die Leiharbeitsdauer auf 18 Monate begrenzen, aber bei VW geht die Sklavenarbeit drei Jahre oder jetzt sogar noch länger, wenn man nach den drei Jahren Leiharbeit nochmal zwei Jahre befristet bei VW übernommen wird."

Hunderte haben bereits für einen Zukunftsvertrag zur Rettung der Arbeitsplätze und der Umwelt unterschrieben. In Widerstandskomitees treffen sich Beschäftigte, Umweltschützer und Anwohner, um den Kampf gegen die Abwälzung der Krisenlasten auf die Belegschaften, Kommunen und die ganze Gesellschaft zu organisieren. Die VW-Belegschaften sind herausgefordert, den Kampf um jeden Arbeitsplatz und für die 30-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich aufzunehmen - gemeinsam mit allen Automobilarbeitern international.

Hier geht es zur Broschüre der MLPD zur VW-Krise!

Hier gibt es mehr Infos über die MLPD!

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