Betrieb und Gewerkschaft

Schlappe für Opel vor Gericht

Bochum (Korrespondenz), 18.11.16: Nach der Schließung des Bochumer Opel-Werks I gab es tarifliche Abkommen für die Weiterbeschäftigung von Teilen der Belegschaft im Logistikbereich der (damaligen) Firma Neovia, heute Opel Group Warehousing GmbH. Ein Kollege, dem betriebsbedingt gekündigt worden war, bewarb sich um einen dieser Ersatzarbeitsplätze. Er bekam jedoch eine Absage unter fadenscheinigen Begründungen (siehe Pressemitteilung: "Offene Diskriminierung eines kämpferischen Kollegen").

Der wahre Grund war sein Mitwirken an Aktivitäten, die der Geschäftsführung von Opel ein Dorn im Auge waren, z.B. die regelmäßigen Pausenversammlungen von mehreren Kolleginnen und Kollegen auf dem Werksgelände. Die Klage gegen diese Kündigung scheiterte in der ersten Instanz vor dem Arbeitsgericht Bochum.

Der Richter am Landesarbeitsgericht Hamm war jedoch anderer Meinung. Beim ersten Termin Ende Oktober erklärte er die betriebsbedingte Kündigung als unwirksam, empfahl der Gegenseite jedoch einen Vergleich über die Schaffung eines Ersatzarbeitsplatzes. Diesem Vergleich stimmte der Opel-Anwalt zu, behielt sich jedoch ein Widerrufsrecht vor. Buchstäblich auf den "letzten Drücker" wurde der Vergleich widerrufen. Opel Group Warehousing GmbH wollte den unliebsamen Mitarbeiter auf Biegen und Brechen loswerden!

Beim Urteilsverkündigungstermin am 16. November entschied das Gericht erwartungsgemäß für den Kläger. Eine Revision gegen diesen Urteilsspruch wurde nicht zugelassen. Der Großkonzern Opel hat damit eine Schlappe einstecken müssen.