Wirtschaft

Airbus will 2000 Arbeitsplätze kippen - erneuter konzernweiter Kampf steht an

Airbus will 2000 Arbeitsplätze kippen - erneuter konzernweiter Kampf steht an
Airbus will auf dem Rücken der Belegschaften in Deutschland und Frankreich Nummer eins auf dem Weltmarkt werden (foto: Roger Green from BEDFORD, UK/CC BY 2.0)

01.12.16 - Der europäische Luftfahrt- und Rüstungskonzern Airbus will bis Ende 2017 konzernweit 2000 Arbeitsplätze vernichten. Offiziell wird nur von 1164 Arbeitsplätzen geschrieben. Bei diesen Zahlen sind die Verlagerungen ganzer Standorte nicht berücksichtigt. "Mit der Fusion wird das Unternehmen seinen Hauptsitz endgültig von Paris und München (Ottobrunn) nach Toulouse verlegen und damit 325 Stellen verlagern", so der Konzern. Hinzu kommt der Abbau von gut 500 Stellen bei Airbus Helicopters in Donauwörth. In Ottobrunn bei München stehen 429 Stellen auf der Abschussliste. In Frankreich sind ca. 640 Beschäftigte betroffen. Der Standort Suresnes bei Paris soll sogar komplett aufgegeben werden.

Bei all diesen Maßnahmen wird der Eindruck erweckt, es gehe lediglich um Zusammenlegung von gleichartigen Arbeitsplätzen in der Zentrale. Die "Zusammenlegung" ist aber eine Rationalisierung und betrifft die gesamte Verwaltung und Forschung. Dieser Kahlschlag trifft die deutschen und französischen Kolleginnen und Kollegen mit ihren Familien gleichermaßen.

Hier wie dort hängen Schicksale von dieser rücksichtlosen Arbeitsplatzvernichtung ab. Kredite müssen abgezahlt werden, bei vielen Kolleginnen und Kollegen hängen Wohneigentum und persönliche Schicksale vom Arbeitsplatz bei Airbus ab. In der Belegschaft brodelt es.

Das alles interessiert das Airbus-Management in der internationalen Vernichtungsschlacht der Luftfahrtmonopole und auf ihrer Jagd nach Maximalprofiten nicht wirklich. Airbus steht unter Druck: Das Triebwerk-Desaster beim Militärtransporter A400M und Produktionsprobleme beim neuen Langstreckenjet A350 schmälern den Gewinn des Monopols und schwächen es gegenüber dem Hauptkonkurrenten Boeing. Hinzu kommt die schleppende Nachfrage beim Großraum-Jet A380.

Personalvorstand Thierry Baril sprach in aller Deutlichkeit aus, um was es dem Airbus-Vorstand geht: Airbus will die Nummer eins auf dem Weltmarkt werden und muss dazu seine maximalen Profite steigern. Deswegen wird auch an der Forschung gekürzt. Die Kosten für diese Konzernpolitik der Arbeitsplatzvernichtung werden auf die Massen in den betroffenen Ländern abgewälzt. Und Baril droht bereits weiter: "Wenn wir aber Anfang 2018 feststellen sollten, dass wir damit unsere Ziele nicht erreichen, müssten wir betriebsbedingte Kündigungen ins Auge fassen."¹

Der Versuch der Spaltung der Beschäftigten - in Deutsche und Franzosen, Betroffene und Nichtbetroffene - darf nicht gelingen. Wenn die Kolleginnen und Kollegen von Airbus an den vergangenen erfolgreichen Kämpfen der Konzern-Belegschaften anknüpfen und diese solidarisch zusammenhalten, sind sie eine Macht! Gemeinsam mit den französischen Kolleginnen und Kollegen und ihren Familien muss der Widerstand gegen die Arbeitsplatzvernichter organisiert werden. Die Arbeitsplätze dürfen nicht kampflos aufgegeben werden. Für die 30-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich als Konzernvereinbarung!

¹ Alle Zitate aus Wallstreet-online