International

Aleppo: Regime-Truppen und reaktionäre Milizen begehen Kriegsverbrechen - SDF-Kämpfer schützen Zivilisten

Aleppo: Regime-Truppen und reaktionäre Milizen begehen Kriegsverbrechen - SDF-Kämpfer schützen Zivilisten
Aleppo im August nach einem schweren Beschuss (foto: Kurdish Daily News)

30.11.16 - Der von sogenannten "Rebellen" besetzte Osten der nordsyrischen Stadt Aleppo steht offenbar kurz vor dem Fall. Die Truppen des syrischen Assad-Regimes haben fast die Hälfte des von ihnen kontrollierten Gebiets zurückerobert. Die "Rebellen" sind zum großen Teil nicht weniger reaktionär und brutal als das von Russland unterstützte Assad-Regime. Es handelt sich dabei zum einen um faschistoide und faschistische Milizen wie Dschabhat Fatah al-Scham ("Eroberungsfront der Levante"), die frühere Al-Nusra-Front. Aber auch um Teile der "Freien Syrischen Armee" (FSA), die ursprünglich teilweise von den USA aufgebaut wurde. Einzelne FSA-Einheiten arbeiten inzwischen mit den Demokratischen Kräften Syriens (SDF) zusammen.

Das Vorrücken der syrischen Armee in Aleppo ist Teil der seit Wochen und Monaten anhaltenden Entscheidungsschlacht zwischen den am Syrien-Krieg beteiligten Kräften. In ihrem Zentrum steht das strategisch bedeutende Aleppo. Diese Schlacht wird von beiden Seiten erbarmungslos auf dem Rücken der Zivilbevölkerung ausgetragen. Bewusst zerstörten Bomber Russlands und Assads erst vor wenigen Tagen das letzte noch funktionierende Krankenhaus in Ost-Aleppo. Seitdem hat die Bevölkerung dort keinen Zugang mehr zu lebensrettenden Maßnahmen. Selbst Fluchtwege werden der Zivilbevölkerung abgeschnitten.

Bei dem jetzt laufenden Angriff und dem dazugehörenden Häuserkampf wird die Zivilbevölkerung regelrecht zwischen den Fronten aufgerieben. Zudem ist auch in Nordsyrien der Winter angebrochen. All das verschärft die humanitäre Katastrophe in Aleppo. Nach unterschiedlichen Schätzungen haben sich in den vergangenen drei Tagen rund 20.000 bis 70.000 Menschen auf die Flucht gemacht.

Die SDF-Verbände, zu denen unter anderem die syrisch-kurdischen Volksverteidigungseinheiten YPG gehören, kontrollieren selbst Teile Aleppos um den Stadtteil Sheikh Maqsoud. Sie haben ebenfalls ihre Angriffe auf die faschistoiden und faschistischen Milizen intensiviert. Ihr Ziel ist allerdings die Befreiung der Stadt von diesen Kräften und der Schutz der Zivilbevölkerung. Gleichzeitig stehen sie in Opposition zum Assad-Regime. So erklärte Ahmet Hisso vom Rat der Demokratischen Kräfte Syriens, dass die YPG zusammen mit der ebenfalls den SDF angehörenden Armee der Revolutionäre (Dschaisch al-Suwar) drei Stadtviertel von Aleppo unter ihre Kontrolle gebracht haben. Dabei wurden mehrere Tausend Zivilisten in Sicherheit gebracht.

Die derzeitige Schlacht um Aleppo ist auch Bestandteil der Entscheidung, wie ein Nachkriegs-Syrien aussehen wird. Alle beteiligten imperialistischen und neoimperialistischen Kräfte wie die USA, die Türkei, Saudi-Arabien, Katar, Russland und der Iran versuchen, ihren Einfluss in Syrien auszubauen. Den barbarischen Kriegsverbrechen aller direkt und indirekt beteiligten Kriegstreiber muss ein Ende gesetzt werden. Gegen jedwede imperialistische Einmischung in Syrien! Allen fortschrittlichen Kräften Syriens - wie unter anderem den YPG- und SDF-Einheiten - gehört die Solidarität. Die Gelsenkirchener Montagsdemonstration machte bei ihrer Kundgebung am 28. November das Leid der Zivilisten in Syrien zum Thema und forderte: "Friede für Syrien und die ganze Welt!"

Eine wichtige Kraft dafür ist der Solidaritätspakt der ICOR mit dem kurdischen Freiheitskampf.

Das Internationalistische Bündnis, das zur Bundestagswahl als Internationalistische Liste/MLPD antritt, ist ebenfalls aktiv in dieser Solidarität.