Umwelt

Audi und VW: Keine Spaltung der Belegschaften, sondern gemeinsamer Kampf

Audi und VW: Keine Spaltung der Belegschaften, sondern gemeinsamer Kampf
Auch im Audi-Werk in Neckarsulm gärt es (foto: I, Rosenzweig (CC BY-SA 3.0))

Neckarsulm (Korrespondenz), 01.12.16: Seit der letzten Betriebsversammlung, als Audi-Vorstand Rupert Stadler die Streichung der Nachtschicht und einer weiteren Schicht ankündigte, gibt es auch bei Audi ständig neue Schreckensmeldungen. Vorausgegangen war, dass auch das Audi-Management - wie zuvor Mutterkonzern VW - des Betrugs mit Diesel-Autos überführt wurde.

„Das darf nicht auf unserem Rücken ausgetragen werden“ - war die klare Ansage der Belegschaften in Ingolstadt und Neckarsulm. Die Nachtschicht machte kämpferische Aktionen. Es fand eine Betriebsversammlung statt, wo Kolleginnen und Kollegen - wie seit langem nicht mehr - für ihre Sache eintraten. Auch der Betriebsrat machte sich auf der Betriebsversammlung für die Kolleginnen und Kollegen stark. Schließlich musste Audi die Erhaltung der Nachtschicht zugestehen.

Anstatt nun aber den Kampf weiterzuführen, suchte die Betriebsratsspitze fieberhaft hinter den Kulissen nach einem „Zukunftspakt Audi“, der alle, „die Aktionäre und die Kollegen“ zufrieden stellen sollte. Eine im Kapitalismus unmögliche Aufgabenstellung - wie auch der "Zukunftspakt" bei VW zeigt.

Das Ergebnis: Arbeitsplatzvernichtung! Betroffen sind zuallererst Hunderte Leiharbeiter die statt einer Übernahme die Kündigung bekommen, viele noch zu Weihnachten. Aber auch die "Stammleute" werden nicht verschont. Das sorgt für große Aufregung und Unmut.

Schon während der Verhandlungen machten Kollegen Vorschläge, die Arbeitszeit zu verkürzen. Das würde alle Kollegen einbeziehen und nicht spalten. Notwendig ist dafür ein voller Lohnausgleich auf Kosten der Konzernprofite. Ihn sollen diejenigen bezahlen, die die ganze Krise verursacht haben.

Für den Erhalt unserer Arbeitsplätze und die Zukunft unserer Kinder müssen wir kämpfen und nicht untereinander streiten, wer welchen Arbeitsplatz bekommt! Ein Kampf, der an der Seite der anderen Belegschaften des VW-Gesamtkonzerns und aller Automobilarbeiter geführt werden muss, zumal viele weltweit von ähnlichen Plänen betroffen sind.

Über die Hintergründe der VW-Krise informiert die MLPD-Broschüre "VW-Krise - Wie Automonopole mit Hilfe des Staates Milliardenprofite durch höchst kriminelle Machenschaften einstreichen". Sie kann hier bestellt werden!