Politik

Erste Erfolge im Kampf um jeden Arbeitsplatz bei MAN Diesel&Turbo

Erste Erfolge im Kampf um jeden Arbeitsplatz bei MAN Diesel&Turbo
Protest der MAN-Belegschaft in Oberhausen (rf-foto)

Oberhausen (Korrespondenz), 29.11.16: Bei Sonne und frostigen Temperaturen kamen gestern 700 Kolleginnen und Kollegen zur Kundgebung der IG Metall. Gleichzeitig fanden Aktionen in Berlin, Hamburg und Augsburg gegen die Vernichtung von zusammen 1400 Arbeitsplätzen statt. Etwa 300 der über 1500 Angestellten gingen mit vor das Tor, viele von ihnen zum ersten Mal. Die Stimmung war gut, aber ernst und nachdenklich. Mit MAN ist einer der letzten industriellen Großbetriebe in Oberhausen von einer geplanten Vernichtung von 323 Arbeitsplätzen betroffen, was gravierende Auswirkungen hätte.

Mit einem einstündigen Streik hatte die Frühschicht der Arbeiter am 11. Oktober 2016 den Kampf um jeden Arbeitsplatz begonnen. Seither gab es weitere Initiativen, eine Unterschriftensammlung der Vertrauensleute, eine Resolution des Rats der Stadt, einen Brief von Betriebsräten von zehn betroffenen Großbetrieben der Region an die Landesregierung usw.

In einem Extrablatt hatte die Kollegenzeitung "Knippstange" Bilanz gezogen und darauf orientiert, dass die Arbeiter und Angestellten aller Standorte gemeinsam und selbständig den Kampf um jeden Arbeitsplatz weiterführen müssen. Einige Kollegen spendeten für die Kollegenzeitung oder unterschrieben für die Internationalistische Liste/MLPD.

Neun Redner und viele verlesene Grußadressen brachten eine große Bandbreite der Solidarität zum Ausdruck, von Betriebsräten von MAN D&T, von Siemens Mülheim und einem Betrieb aus Essen usw., vom Stadtkämmerer und vom Rat der Stadt Oberhausen, von Vertretern von IGM, ver.di und DGB, dem Arbeitsminister im Auftrag der Landesregierung Nordrhein-Westfalen, den Vertrauenskörperleitungen von thyssenkrupp-Steel Duisburg und MAN Diesel&Turbo, dem evangelischen Kirchenkreis Oberhausen bis zur Interessengemeinschaft Sterkrader Händler.

Sehr unterschiedliche Vorstellungen, was nun zu tun ist, kamen in den Reden und Grußworten zum Ausdruck. Zwei Wege stehen sich gegenüber: gemeinsam mit MAN auf ein "Zukunftskonzept" hoffen oder der Weg des selbständigen Kampfs um jeden Arbeitsplatz und zur Durchsetzung der 30-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich. Der Betriebsratsvorsitzende Helmut Brodrick aus Oberhausen forderte Kurzarbeit, orientierte jedoch hauptsächlich auf Verbesserung des Managements, "keine betriebsbedingten Kündigungen" und die bevorstehenden Verhandlungen mit der Geschäftsleitung.

Der Vertrauenskörper-Leiter von MAN D&T in Oberhausen forderte 50 Neueinstellungen im gewerblichen Bereich zur unbefristeten Übernahme der Auszubildenden. Er kritisierte ausdrücklich die Lüge, eine Vernichtung von Arbeitsplätzen sei "sozialverträglich". Er nahm den Mutterkonzern VW als Drahtzieher ins Visier, der seine Krisenlasten auf die Belegschaften abwälzen will. Unsere Antwort müsse ein mit aller Härte geführter standort- und branchenübergreifender Kampf sein.