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Football Leaks – bürgerlicher Sport in tiefer Krise

Football Leaks – bürgerlicher Sport in tiefer Krise
Fußballstadion in München (rf-foto)

11.12.16 - Kurz bevor im Januar der Weltfußballer des Jahres 2016 gekürt wird, wurden durch die Enthüllungsplattform Football Leaks Geschäftsgebaren und Vermögen von Top-Fußballern und Trainern veröffentlicht. Beteiligt sind 60 Journalisten aus ganz Europa. Diese sind im Recherchenetzwerk European Investigative Collaboration (EIC) vereinigt. Hauptpartner in Deutschland hierbei ist Der Spiegel. Nach den Bestechungs- und Betrugsskandalen um die FIFA, UEFA, DFB, Franz Beckenbauer & Co. stürzt das den Profifußball tiefer in die Krise. Nicht ohne Auswirkungen auf die Stabilität der herrschenden imperialistischen Gesellschaft. Immerhin begeistern sich hunderte von Millionen Fans weltweit für diesen Sport, sind Anhänger von Vereinen, ob in der 1. oder 2. Liga. Überall – in Familien, im Betrieb, auf Montagsdemos und unter Freunden wird darüber diskutiert.

Wettbetrug, Geldgier, Profilierungsgehabe oder wie jetzt in England enthüllt, sexuelle Gewalt gegen Kinder und Jugendliche, gab es schon lange. Neu ist die Dimension und die immer schamlosere Bereicherung. Es geht nicht nur um Steuerbetrug in Millionenhöhe mittels Briefkastenfirmen in der Karibik, wie man das auch von anderen Superreichen und Konzernen kennt.

Es geht auch um Werberechte für Übermonopole wie Toyota, Nike, Samsung u.a. Für einen Werbespot für Toyota – nur für den Nahen Osten - , der 13 Monate zur Werbung eingesetzt werden durfte, erhielt Cristiano Ronaldo 1,9 Millionen Dollar. Dazu von Honda noch mal zwei Millionen für den Werbemarkt China. 16 Millionen Dollar zahlt der US-Nahrungsmittelriese Herbalife und noch mal 1,1 Millionen die Airline Emirates. Hinzu kamen noch 1,6 Millionen Fixgehalt von Nike – wofür er sich wiederum dem Regime der Nike-Verträge unterwerfen muss.
Weiter geht es um Fernseh-Rechte, Spielerverträge, Vereinswechsel von Spielern und Trainern, wofür sich Hintermänner und Firmen verschiedenster Art fürs Nichtstun bereichern. Perverser geht es kaum.

Das ganze System Profifußball ist ein Schlaglicht auf die Verkommenheit des Kapitalismus und der bürgerlichen Sportkultur. Weltmeisterschaften in Katar oder die Pläne des neuen Fifa Präsidenten Gianni Infantino, eine WM mit 48 Mannschaften auszurichten, rufen nur noch Kopfschütteln und Protest hervor.

Gleichzeitig lässt das Fans in aller Welt von wirklich fairem sportlichem Wettstreit, spannenden und hochklassigen Spielen träumen. Dieser Wunsch zerschellt aber mehr und mehr an der Wirklichkeit. Auch dank der akribischen Enthüllungen von Journalisten. Immer weniger Sport-Fans glauben noch daran, dass dies im Kapitalismus anders werden kann. Daraus wächst die Offenheit für den Gedanken nach revolutionärer Überwindung der herrschenden Verhältnisse und den vereinigten sozialistischen Ländern der Welt, die auch den Sport von der Profitwirtschaft befreien werden.