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Gelsenkirchen: Ein anregender Abend über den russischen Künstler Wladimir Majakowski

Gelsenkirchen: Ein anregender Abend über den russischen Künstler Wladimir Majakowski
Ein Majakowski-Abend, der Lust auf mehr machte (rf-foto)

Oberhausen (Korrespondenz), 05.12.16: Vor vielen interessierten Besuchern gaben Jörgen Scheller und Reiner Weigand am 2. Dezember im Rahmen des Weihnachtsmarkts in der, und um die Horster Mitte in Gelsenkirchen einen eindrucksvollen Einblick in das Leben und Schaffen von Wladimir Majakowski. Etliche Besucher hatten noch nie von ihm gehört oder gelesen und waren sichtlich beeindruckt.

Majakowski lebte von 1893 bis 1930 in Russland und der späteren Sowjetunion und stellte sich und sein Werk voll in den Dienst der Oktoberrevolution und den Aufbau des Sozialismus. Eine gelungene Auswahl seiner Gedichte und autobiografischer Notizen, gekonnt vorgetragen oder gesungen, bot einen tiefen Einblick in das vielfältige Schaffen des Künstlers.

Als Kommunist und glühender Internationalist unternahm es Majakowski, die Weltbedeutung der russischen Revolution zu gestalten („Zweierlei Berlin“, „Wolkenkratzer im Längsschnitt“). Er zeichnete und dichtete für die ROSTA, die russische Telegrafenagentur, ca. 3.000 satirische Anmerkungen („ROSTA-Fenster“) zu Ereignissen im In- und Ausland und erwies sich als scharfzüngiger Kritiker bürokratischer Tendenzen in der jungen Sowjetunion (z.B.: „Die auf Sitzungen Versessenen“ oder „Gespräch mit dem Genossen Lenin“). Der begeisterte Schlussbeifall, der auch die beiden Instrumentalistinnen sowie die beiden Gestalter der Bilder und Spruchbänder einschloss, war eine klare Aufforderung, es nicht bei dieser einmaligen Aufführung zu belassen.