Betrieb und Gewerkschaft

MAN Diesel&Turbo Berlin: Belegschaft mit gestärktem Selbstvertrauen

MAN Diesel&Turbo Berlin: Belegschaft mit gestärktem Selbstvertrauen
Die "Schlosserjungs" beim Fußballspiel des SC Borsigwalde (rf-foto)

Berlin (Korrespondenz), 07.12.16: Gestern war Betriebsversammlung im Berliner Werk von MAN Diesel&Turbo. Sie dauerte über dreieinhalb Stunden - so lange wie noch nie. Die Herren Dr. Christopher Antes und Wilfried von Rath vom Vorstand versuchten vergeblich, ihre Kahlschlagpläne für das Berliner Werk mit Rechenbeispielen zu verkaufen. Von 520 Beschäftigten sollen 200 übrig bleiben, das hochmoderne Werk nur noch einzelne Komponenten fertigen.

Das läuft auf eine Stilllegung in absehbarer Zeit hinaus, so verschiedene Kollegen in den zahlreichen, kritischen und kämpferischen Beiträgen. "Ihr macht nur Zahlendreherei", so die einhellige Meinung der Belegschaft. Der Vorstand erntete Tumult und Zwischenrufe, Antes und von Rath wurden ausgelacht bei ihren Rechtfertigungsversuchen.

Richtig sauer waren die Kollegen, als es um die Azubis ging. Denen hat der Vorstand zugesagt, dass sie "irgendwo bei VW" untergebracht würden, weil MAN ja zu VW gehört. Der Vorstand geriet so in die Defensive, dass er vor versammelter Mannschaft zugestehen musste, dass dies nochmal durchdacht werden würde.

Nach einer anfänglichen Schockstarre, als am 23. September 2016 der Kahlschlag bekannt wurde, wächst die Kampfbereitschaft und das Selbstvertrauen, was die Belegschaft mit einer Reihe von kämpferischen Aktionen und Demonstrationen unter Beweis stellt. Die Solidarität in der Bevölkerung wächst. So hat der Fußballverein SC Borsigwalde ein Solidaritätsspiel gemacht und ein bewegendes Video darüber ins Netz gestellt.

Hier der Link zum Video