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Polizeigewalt gegen Lehrerinnen- und Lehrerproteste in Marroko

Polizeigewalt gegen Lehrerinnen- und Lehrerproteste in Marroko
Links: Ein Opfer des Prügeleinsatzes der marrokanischen Polizei. Rechts: Müllwagen transportieren die Schlafutensilien ab (fotos: privat; collage: rf-news)

Marrakesch (Korrespondenz), 05.12.16 - Seit Beginn der 22. Weltklimakonferenz (COP22) am 7. November 2016 hatten suspendierte Lehrerinnen und Lehrer einen Seitenrand des Weltkulturerbe-Platz „Djemaa el Fna“ rund um die Uhr besetzt. Sie entwickelten hier einen nationalen Brennpunkt ihres seit acht Monaten währenden Kampfs um die Einstellung in den öffentlichen Dienst. Diese Einstellung war ihnen zu Beginn ihrer Lehrerausbildung von der marrokkanischen Regierung fest zugesagt worden. (siehe rf-news)

Vom 2. bis zum 10. Dezember findet auf dem größten Platz Marrakeschs ein Open-Air-Kino als Teil des Internationalen Filmfestivals statt, mit dem die internationalen Filmambitionen als „Hollywood-Afrikas“ unterstrichen werden sollen. Da war der Protest im Wege. In der Nacht zum 1. Festivaltag erschienen nach 1 Uhr mehrere Hundertschaften unterschiedlichster Polizeikräfte und räumten die Platzbesetzung. Die Schlafutensilien wurden in Müllwagen verstaut und abtransportiert, der friedliche Protest mit Knüppeln zerschlagen. Über 40 Personen kamen ins Krankenhaus und wurden zum Teil schwer verletzt.

Sie schreiben: „... Die Polizei zeigte uns ihr wahres Gesicht, das von Unterdrückung und Gewalt, weit weg von Gesprächen und Meinungsfreiheit. Es war der Höhepunkt der Demütigung und Tyrannei. Alle Lehrer danken Euch (denen, die sich solidarisch gezeigt haben, Anm. D. Red.) und rufen: 'SOL SOL SOL Solidarität International'.“