Politik

Wuppertal: Prozess gegen faschistische „Hooligans gegen Salafisten“ wirft Fragen auf

Wuppertal: Prozess gegen faschistische „Hooligans gegen Salafisten“ wirft Fragen auf
"Hogesa" randaliert in Wuppertal (foto: screenshot)

Stuttgart (Korrespondenz), 06.02.16: Am 3. Februar 2016 wurden vor dem Wuppertaler Landgericht drei faschistische „Hooligans gegen Salafisten“ („Hogesa“) wegen versuchten Totschlags zu acht Jahren bzw.18 Monaten Haft ohne Bewährung und einmal zu neun Monaten mit Bewährung verurteilt. Sie hatten sich am 11. April 2015 an einem Messerattentat auf einen Gast mit türkischen Wurzeln des „Autonomen Zentrums“ (AZ) beteiligt, das für das Opfer beinahe tödlich endete. Sein Leben lang wird das Opfer unter den Folgen dieses Angriffs leiden.

Die Begleitumstände dieses brutalen Mordversuchs werfen einige Fragen auf: Warum konnten sich Neofaschisten mit Wissen der Polizei im Netz monatelang darüber austauschen, welche Form des Anschlags auf das Wuppertaler AZ die beste sei? Warum führte dann ein gescheiterter Angriff auf das AZ am 17. März 2015 zu keinen Ermittlungen? Außerdem: Warum log die Polizei mit der Behauptung, der Weg der Rettungskräfte zum Opfer hätte mit einen Schlagstock- und Pfefferspray-Einsatz freigekämpft werden müssen? Schließlich: Wie landeten trotz der Zusicherung von Anonymität Namen von Zeugen in Ermittlungsakten? Die Zeugen wurden anschließend von Neofaschisten unter Druck gesetzt.

All diese Fragen spielten beim jetzigen Prozess keine Rolle. Sie beträfen nicht „das Kerngeschehen“,so der Vorsitzende Richter Robert Bertling. Das ist ein Skandal, gegen den breit protestiert werden muss.

(Quellen: "Wuppertaler Rundschau", vom 26.01. und 03.02.16,

Presseerklärung des „Bündnis 90/Die Grünen Wuppertal“, 28.01.16,

“linksunten.indymedia.org“: „Autonomes Zentrum Wuppertal, den 2.2.2016 – Eine vierte Erklärung“,

„Thomé Newsletter“, 05/16, 03.02.2016)