Politik

Daimler: Gesundheitsprämie – gesund nur für den Profit!

Stuttgart (Korrespondenz), 12.12.16: Daimler will eine "Gesundheitsprämie" einführen. Das berichtete die Stuttgarter Zeitung Anfang Dezember. Dazu führen Unternehmensleitung und Betriebsrat seit Monaten Gespräche. Daimler-Beschäftigte ohne Fehltage sollen 300 Euro bekommen; für jeden Abwesenheitstag sollen 50 Euro abgezogen werden. Das galt zumindest bei einem Pilotversuch im Angestelltenbereich. Mitarbeiter berichten, dass viele auch mehr oder weniger angeschlagen zum Dienst erschienen sind. In den Großraumbüros "hat jeder rumgeschnupft, von allen Seiten wurde man mit Viren bombardiert".

Die Kommentare von Beschäftigten im Internet sind überwiegend negativ: "Nicht die Gesundheit steht an erster Stelle, sondern der Profit". Und: "Ein Betriebsrat, der so etwas zulässt, ist kein Betriebsrat, sondern eine Abnick-Abteilung des Aufsichtsrats". Zum Gesundheits-Bonus vertritt auch die Arbeitsmedizinerin Monika Riegel eine kritische Position: "Ich bin aber in der Tat skeptisch, ob das der richtige Weg ist ... Unternehmen sollten auf der Ebene der Arbeitsbedingungen ansetzen."

Schon jetzt ist die Krankenquote aufgrund der Arbeitshetze, Flexi-Arbeit und fehlendem Personal vor allem in der Produktion sehr hoch. Es ist deshalb geradezu zynisch, wenn die Daimler-Geschäftsleitung die Gesundheitsprämie als Unterstützung des "gesundheitsbewussten Verhaltens" ihrer "lieben Mitarbeiter" bezeichnet.

Die Pläne zur Gesundheitsprämie müssen vom Tisch! Der Betriebsrat wird aufgefordert, mit der Belegschaft die krankmachenden Arbeitsverhältnisse zu bekämpfen und sich für eine bessere ärztliche Betreuung und Finanzierung von Reha-Maßnahmen einzusetzen!

(Alle Zitate Stuttgarter Zeitung 2.12.2016)