Umwelt

MLPD unterzeichnet "Erklärung von Marrakesch"

MLPD unterzeichnet "Erklärung von Marrakesch"
Proteste in Marrakesch 2016 (foto: screenshot)

24.12.16 - Die MLPD hat mit einer Delegation an den UN-Klimagipfel-Aktivitäten im November in Marrakesch teilgenommen (rf-news berichtete) und unterzeichnet die "Erklärung von Marrakesch", die vom Bündnis REDACOP22 in Marokko am 19. November veröffentlicht worden ist. REDACOP22 hat sich als demokratisches Netzwerk zur Beobachtung der 22. Weltklimakonferenz gegründet und besteht aus Gewerkschaften, Umwelt- und Menschenrechtsorganisationen sowie revolutionären Kräften, auch einigen internationalen Organisationen wie z.B. Via Campesina.

Die "Erklärung von Marrakesch" greift den imperialistischen Ökologismus der 22. UN-Klimakonferenz an. Sie erklärt die kapitalistische Produktionsweise als Hauptursache der Zerstörung der natürlichen Lebensgrundlagen. Sie fordert "echte Alternativen, die das ökologische Gleichgewicht bewahren und Klimagerechtigkeit garantieren", die "Garantie der Souveränität der Völker über ihre natürlichen Ressourcen" sowie eine "umfassende und demokratische Agrarreform".

Sie verbindet die soziale mit der ökologischen Frage und tritt "für eine nachhaltige und gerechte Zukunft für die Völker" ein sowie dafür, "diese Alternativen und diese Lösungen zu fordern im Bruch mit der herrschenden kapitalistischen Logik", was nur möglich ist "durch den gemeinsamen Kampf auf internationaler und lokaler Ebene, um die Macht wieder dem Volke zu geben" (alle Zitate aus der „Erklärung von Marrakesch").

Aufgrund dieser Positionen wurde das Netzwerk REDACOP22 von den staatlichen Stellen in Marokko nicht zur Teilnahme an den UN-Klimagipfel-Aktivitäten zugelassen. Gegen diese Unterdrückung hat REDACOP22 mit einem Brief an den Generalsekretär der Vereinten Nationen sowie die politisch Verantwortlichen in Marokko protestiert und eine Unterschriftensammlung organisiert, die breit unterstützt wurde.

REDACOP22 führte eine gut besuchte Veranstaltung durch und organisierte als wesentliche Kraft eine Demonstration am 13. November in Marrakesch, an der 3000 Menschen teilnahmen. Am kämpferischen Block des Bündnisses beteiligte sich auch die ICOR-Delegation aus Deutschland und Frankreich. REDACOP22 verband seine deutliche Kritik am Pariser Vertrag mit grundsätzlicher Kritik am Kapitalismus. Mit einem Plakat wurde z.B. der schlechte Witz angegriffen, dass das königliche Phosphatunternehmen als bekannter industrieller Umweltverschmutzer offizieller Sponsor der 22. UN-Klimakonferenz war.

Erneut wurde die Untauglichkeit solcher UN-Konferenzen zur Rettung der Umwelt vor der drohenden globalen Umweltkatastrophe deutlich. Das Rote Fahne Magazin Nr. 25 stellte in seinem ersten Fazit fest, dass keinerlei verbindlichen Beschlüsse gefasst wurden. Die nächste Weltklimakonferenz wird vom 6. bis 17. November 2017 in Bonn stattfinden. Der gemeinsame Kampf zur Rettung der Umwelt muss deshalb im nächsten Jahr, auch im Zusammenhang mit den Bundestagswahlen, einen besonderen Schwerpunkt bilden. Das Internationalistische Bündnis, das als Internationalistische Liste/MLPD kandidiert, fordert dazu: „Kampf gegen die drohende globale Umweltkatastrophe!“