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"Namaste" aus Machchhi in Nepal

"Namaste" aus Machchhi in Nepal
Machchhi im Distrikt Pyuthan (foto: Chandra Pokhrel)

Machchhi (Korrespondenz), 19.12.16: rf-news berichtete bereits über die Streikbewegung in Nepal (siehe Bericht vom 10.12.16). Der Streik ist Ausdruck des Widerstandes und Kampfes gegen die Pläne der Regierung, das Terrai (die ökonomisch stärkste Region im Fachland) von der Hill- und Mountainregion (Hügel- und Bergregion) abzuspalten. Das führt zu einer Situation der offenen politischen Krise in Nepal. Anlässlich eines Hindu-Festes wurde der Streik in den letzten Tagen ausgesetzt. Mittlerweile wurde er fortgesetzt und das Streikzentrum wurde bewusst in den Distrikt Pyuthan verlegt, um die Kräfte zu erweitern.

Heute konnte unsere Urlaubsgruppe erstmals an einer Streikversammlung in Machchhi im Distrikt Pyuthan teilnehmen. Dort wurde der Streik – außer für Schüler im Examen – vollständig befolgt. Sie fand mitten in der Ortschaft an einer Kreuzung in der Nähe der Polizeistation statt. Nach und nach sammelten sich die Leute, vor allem Männer, aber auch Schüler, Kinder und einige wenige Frauen und Mädchen. Aufgerufen hat dazu die Gewerkschaft der Kleingewerbetreibenden. Schlussendlich nahmen über 150 Leute (der Ort selbst hat etwa 300 Einwohner) daran teil.

Die ersten beiden Redner - Suwash G.C. vom Studentenverband und Tika G.C. von der Gewerkschaft der Kleingewerbetreibenden - informierten über den Fortgang der Auseinandersetzung, brachten neue Argumente und riefen besonders dazu auf, den Streik fortzusetzen, bis die Pläne der Regierung vom Tisch sind. Monika Gärtner-Engel sprach sich im Namen der Reisegruppe gegen die spalterischen Wirkungen der geplanten Verfassungsänderung aus in einer Situation, in der die Einheit des nepalesischen Volkes besonders gefragt ist, statt die jeweils besonderen Interessen aus Ethnien oder regionale Besonderheiten in den Vordergrund zu rücken.

Diese Einheit im Kampf hat bereits den König verjagt, half, die Folgen des Erdbeben gemeinsam zu bewältigen und die Blockade durch Indien zurückzuschlagen. Die Einheit des Volkes, über Parteigrenzen hinweg ist notwendig, um Nepal im Interesse der Bevölkerung zu entwickeln. Die Spaltung wird von den Herrschenden international betrieben. Sie berichtete von den Spaltungsversuchen, wie in Deutschland zwischen verschiedenen Gruppen der Arbeiter oder in Syrien zwischen Arabern und Kurden. Es ist notwendig, international über Ländergrenzen zusammenzuarbeiten und sich zu organisieren! Beendet hat Monika Gärtner-Engel ihre Rede mit der Losung „Proletarier aller Länder vereinigt euch! Unterdrückte aller Länder vereinigt euch!“

Das Singen der „Internationale“ durch die ganze Gruppe wurde von den nepalesischen Teilnehmern erfreut aufgenommen. Allgemein ist die Atmosphäre erst einmal gewöhnungsbedürftig, weil die Leute mit stoischem Gesicht („Pokerface“) die Versammlung verfolgen und nur verhalten klatschen. Doch wie wir hörten, waren sie begeistert. Noch länger war die Gruppe umringt und wurde mit Fragen bestürmt – von der Regierung in Deutschland bis zu Ehestand und Alter der Gruppenmitglieder.