Politik

ver.di stellt Strafanzeige gegen Inhaber des Wellpappenwerks Gelsenkirchen

21.12.16 - Nach dem Betriebsrat hat nun auch die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) Strafanzeige wegen schuldhafter Herbeiführung einer Insolvenz gegen den Inhaber des Wellpappenwerks Gelsenkirchen, Dr. Wolfgang Palm, gestellt. Am 31. Oktober, einem Samstag, hatten die 96 Mitarbeiter nach einem vollen Arbeitsmonat brieflich erfahren, dass die Wellpappe Gelsenkirchen insolvent sei und sie nicht mehr zur Arbeit kommen sollten. Umgehend besuchte die neugegründete Wählerinitiative der Internationalistischen Liste / MLPD die Kolleginnen und Kollegen und die kurz danach in Gelsenkirchen versammelten Weltfrauen erklärten sich solidarisch und trugen das Thema in alle Welt (rf-news berichtete).

In der Pressemitteilung von ver.di NRW heißt es: "Der ver.di-Landesvorstand NRW hat das Verhalten des Aalener Unternehmens scharf verurteilt. Weder der Betriebsrat noch die Belegschaft wurden vorher in Gesprächen oder einer Betriebsversammlung über die Schließungspläne informiert. 'Dieses verantwortungslose Verhalten stellt einen unglaublichen Vorgang dar', erklärte der ver.di Landesbezirksvorstand NRW in einer Solidaritätserklärung an die Beschäftigten. Konzernchef Wolfgang Palm ist Vizepräsident des Arbeitgeberverbandes Papiererzeugung und hat 2010 wegen seiner Tätigkeit im Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) aus der Hand des damaligen Ministerpräsidenten Oettinger das Bundesverdienstkreuz erhalten. Im Rahmen einer Online-Petition sammeln Beschäftigte und Gewerkschaft jetzt Unterschriften zur Aberkennung des Bundesverdienstkreuzes für Dr. Palm durch den Bundespräsidenten."