MLPD

Airbus: Höhenflug auf Kosten der Arbeiter und Angestellten

Airbus: Höhenflug auf Kosten der Arbeiter und Angestellten
Hamburger Airbus-Beschäftigte bei einem Warnstreik der IG Metall zur Tarifrunde (rf-foto)

28.12.16 - Am 21. Dezember gab die Landesleitung Nord der MLPD unter dieser Überschrift ein Flugblatt zur aktuellen Entwicklung beim Flugzeugkonzern Airbus heraus. Darin heißt es:

Der europäische Luftfahrt – und Rüstungskonzern Airbus will bis Ende 2017 konzernweit 2000 Arbeitsplätze vernichten: 500 Stellen bei Airbus Helikopter in Donauwörth, in Ottobrunn bei München stehen 429 Arbeitsplätze zur Disposition, in Frankreich sind 640 Beschäftigte betroffen. Und das sind nur die Zahlen für den militärischen Bereich und für die Verlagerung des Hauptsitzes nach Toulouse. Airbus redet diese Zahlen schön, indem die Schließung von Standorten bzw. ihre Verlagerung als eine Verlagerung von Arbeitsplätzen tituliert wird. Die ständige Arbeitsplatzvernichtung bei den Leiharbeitskollegen, die Umwandlung von Arbeitsplätzen bei Airbus in sogenannte Werksverträge im gesamten Konzern, perspektivisch die Halbierung der Arbeitsplätze in der Forschung - all das verschweigt Konzernchef Tom Enders.

Wahnwitziges Ziel von 60+ X Flieger/Monat
Angeblich sei die Produktion von dieser Rationalisierung nicht betroffen, aber das ist eine Lüge: In den Airbus-Werken der zivilen Luftfahrt zieht Airbus die Daumenschrauben an angesichts des Scheiterns des Ausbeutungsprogramms: 2016 sollten die Auslieferungszahlen der A320-Reihe um 10 Prozent gesteigert werden. Wurden Ende 2015 monatlich 42 Flieger dieser Reihe weltweit gebaut (in Hamburg, Toulouse und China), sind es heute schon knapp 48 Flieger - bei nahezu gleichbleibender Belegschaft. Es wird ständig Wochenendarbeit eingefordert, die verstärkte Fremdvergabe und Auslagerung von Abteilungen verschlimmert die Qualitätsprobleme. Weiter wurden spritsparende Triebwerke versprochen – aber sie fehlen in ausreichender Zahl. Hamburg entwickelt sich zusammen mit Toulouse zum größten Parkplatz für Flugzeuge. ...

Zauberwort "sozialverträglich"?
Nach der Logik der Konzernchefs und der bürgerlichen Politik wie der Bundesregierung darf man so gut wie alles machen, es muss nur sozialverträglich sein. Was aber soll daran "verträglich" sein, wenn Arbeitsplätze vernichtet werden, nur weil dies nicht mit offenen Entlassungen einhergeht? Diese Arbeitsplätze fehlen dennoch für kommende Generationen! Sozialverträglich - damit meinen diese Herren nur, dass wir alle Ausbeutungsmaßnahmen widerspruchslos schlucken sollen.

So wollen wir nicht leben!
Unter vielen Flugzeugbauern wächst diese Haltung. Auch angesichts solcher Entwicklungen wie der VW-Krise mit der mutwilligen Zerstörung der Lebensgrundlagen wie Täuschung der Kunden. Angesichts einer Regierungspolitik, die immer weiter nach rechts rückt, nicht nur mit einer menschenverachtenden reaktionären Flüchtlingspolitik. Und angesichts einer imperialistischen Machtpolitik, die in Syrien größte Not für Frauen Kinder und Familien bringt.

Arbeitersolidarität ist gefragt!
Airbus fordert gerne die Solidarität mit seinen Konzernzielen ein. So soll es solidarisch sein, wenn wir am Wochenende zur Arbeit erscheinen, wenn wir alles geben, um die Ziele des Maximalprofits zu erreichen. So soll es solidarisch sein, wenn wir ausgebrannt sind und keine Zeit mehr für unsere Familien haben?
Arbeitersolidarität steht dagegen für den gemeinsamen Kampf der Arbeiterschaft gegen die Profitinteressen von Airbus und Co. Haben wir nicht auch 2007/2008 im gemeinsamen Kampf gegen Werksschließung und Auslagerung erreicht, dass das Programm "Power 8" gescheitert ist? Nach wie vor sind unsere Kolleginnen und Kollegen aus Nordenham und Varel Teil der Flugzeugbauer-Belegschaft! Nach der Logik von Tom Enders und der Airbus-Spitze soll sich der Norden von Airbus nicht um den Süden, der eine ... Teilbetrieb nicht um die anderen, der "Stamm" nicht um Kollegen mit anderen Verträgen usw. kümmern. Scheinbar sind immer nur "die anderen" betroffen von den Plänen der Vernichtung von Arbeitsplätzen, Verlagerung und Ausgliederung!

Ein Betrieb - eine Belegschaft! Zeit für einen neuen konzernweiten Kampf! ...

(Gesamter Text des Flugblatts im pdf-Format)