Umwelt

Anden, Arktis: Überall schwinden Eismassen in dramatischem Tempo

Anden, Arktis: Überall schwinden Eismassen in dramatischem Tempo
Zusammenhängende Eisflächen verschwinden immer mehr (rf-foto)

30.12.16 - Mit Temperaturen, die 20 Grad Celcius über dem jahreszeitlichen Durchschnitt lagen, hat die Arktis in den vergangenen Wochen Schlagzeilen gemacht. Forscher veröffentlichten vor kurzem den Bericht "Arctic Resilience Report". Demnach sind zu erwartende Veränderungen durch die globale Erderwärmung eisfreie Meere in den Sommermonaten und weitere Verluste des Grönlandeisschildes, was global zum Anstieg des Meeresspiegels führt.

Am Nordpol war es in den vergangenen Wochen im Schnitt neun bis zwölf Grad wärmer als üblich. Die Temperaturen in der westlichen Antarktis stiegen zwischen 1958 und 2015 um fast drei Grad - drei Mal so stark wie im weltweiten Durchschnitt. Im Durchschnitt hat die Temperatur der Erde 2016 bisher bei 15,08 Grad Celsius gelegen. Das ist noch einmal 0,1 Grad Celsius mehr als im Vorjahreszeitraum. Das ist vor allem auf die Erwärmung der Ozeane zurückzuführen - eine Folge der globalen Erwärmung durch den Ausstoß von Kohlendioxid (CO2) und anderen Klimagasen, den die Herrschenden auf ihrer Jagd nach Maximalprofiten rücksichtslos weiter vorantreiben.

Nicht nur das Eis an den Polkappen schmilzt rasant, auch das Eis der Gebirgsgletscher. In den Anden führt dies zu zunehmender Dürre und lokal zur Gefahr überlaufender Gletscherseen. Der peruanische Bauer und Bergführer Saúl Luciano Lliluya kommt aus der Stadt Huaraz, die unterhalb des Gletschersees Palcacocha liegt. Dieser See ist seit 2003 um das Vierfache gewachsen. Luciano Lliluya hat den Energiekonzern RWE verklagt. Im November hat Boliviens Präsident Evo Morales wegen der schlimmsten Dürre seit 25 Jahren den Notstand ausgerufen. Nicht nur die Ernten, auch Viehbestände sind gefährdet. Gerade La Paz und das Hochland sind in ihrer Wasserversorgung von den Gletschern abhängig. Diese sind jedoch seit den 1970er Jahren um 30 bis 50 Prozent zurückgegangen. Morales zufolge war 2016 das heißeste Jahr in dem Andenstaat seit 100 Jahren. In Stadt und Land protestierten die Menschen in Bolivien für Maßnahmen der Regierung, das Wasser gerecht zu verteilen und insbesondere den armen Bauern die dringend benötigte Bewässerung ihrer Felder zu ermöglichen. Jetzt hat in Bolivien zwar der Regen eingesetzt, aber durch die vorangegangene Dürre kann der Boden das Wasser nicht so schnell aufnehmen und wird einfach weggespült. So ergänzen sich diese zwei Faktoren des Übergangs in eine globale Klimakatastrophe auf fatale Weise.

Der dramatische Verlust von Gletschereis in globalem Maßstab ist ein Faktor mit vielerlei Rück- und Wechselwirkungen auf alle Ökosysteme und signalisiert ein beschleunigtes Tempo des Übergangs in eine globale Klimakatastrophe. Wenn sich die Massen weltweit zu einer aktiven Widerstandsfront gegen die Umweltverbrechen der internationalen Monopole zusammenschließen, wird sich in ihren Kämpfen die Erkenntnis Bahn brechen, dass sie einen internationalen, gesamtpolitischen, gesellschaftsverändernden, letztlich revolutionären Charakter bekommen müssen.

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