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Bangladesch: Millionenstarke Bewegung der Textilarbeiterinnen kämpft für Mindestlohn

Bangladesch: Millionenstarke Bewegung der Textilarbeiterinnen kämpft für Mindestlohn
(foto: rmg bangladesh)

31.12.16 - "5 Millionen Textilarbeiterinnen und Textilarbeiter fordern einen Mindestlohn für ihre Arbeit und beteiligen sich an einer Bewegung, die für dieses Ziel kämpft und seit über zwei Wochen aktiv ist", Joly Talukder in einer Pressemitteilung vom 24. Dezember. Die General-Sekretärin der Textilarbeiter-Gewerkschaft Garment Workers' Trade Union Centre aus Bangladesch (GWTUC) ist auch Aktivistin der Weltfrauen, der Bewegung rund um die Weltfrauenkonferenzen der Basisfrauen. Joly Talukder weiter: "Wir sind nicht darüber überrascht, dass die Fabrik-Besitzer und die Regierung bei der Unterdrückung dieser Bewegung Hand in Hand arbeiten.

Gemeinsam verfolgen sie sowohl Gewerkschaftsführer als auch Aktivistinnen und Aktivisten, bzw. Arbeiterinnen und Arbeiter. Sie konstruieren unwahre Behauptungen über kriminelle Delikte der Aktivistinnen und Aktivisten, heuern gekaufte Schläger an und versuchen Arbeiterinnen und Arbeiter zu kaufen, damit diese die Bewegung sabotieren.

Am 11. Dezember begann ein Streik, der sich von Ashulia in Savar - dem größten Industriegebiet in Bangladesch - ausbreitete. Der Grund war die Verweigerung der Kapitalisten und der Regierung, mit den Arbeiterinnen und Arbeitern in Gespräche zu treten."*

Heute morgen berichtete Joly Talukder telefonisch gegenüber der Roten Fahne näheres über Ashulia. "Ashulia ist ein Zentrum der Textilindustrie von Bangladesch, in der Nähe von Dhaka - eine sogenannte Export Processing Zone." Solche Export Processing Zonen, auch Sonderwirtschaftszonen genannt, schränken oft gewerkschaftliche Rechte ein und gewähren ausländischen Firmen Sonderkonditionen. "In Ashulia werden in 350 Fabriken rund 20 Prozent der gesamten Textilexporte von Bangladesch produziert", so Joly Talukder weiter.

Vom 11. Dezember bis 20. Dezember wurden 88 Fabriken in Ashulia bestreikt. "Es war ein aktiver Streik", berichtet Joly Talukder am Telefon, "mit Demonstrationen auf der Straße und Blockaden der Fabriktore. Die Polizei setzte Tränengas ein.  Insgesamt wurden über 1000 Arbeiterinnen und Arbeiter angeklagt. 1600 wurden entlassen wegen angeblich „illegalen Sreik“, wegen dem Vorwurf Betriebseigentum zerstört zu haben und/oder die Disziplin gebrochen zu haben. 50 Aktivisten und Streikführer sind noch in Haft."

Gegen die Entlassungen und Verhaftungen gehen die Aktivisten einerseits juristisch vor. Noch wichtiger war aber am 30. Dezember eine riesige Demonstration im Zentrum der Hauptstadt Dhaka. "Jede Initiative zur Erklärung der Solidarität und anderer Unterstützung der Bewegung wird mit Freude und Dankbarkeit seitens der GWTUC und der revolutionären Arbeiterinnen und Arbeiter in Bangladesch angenommen werden", so Joly Talukder am Ende ihrer Mitteilung.

Weitere Informationen unter www.gwtuc.org (Englisch). Solidaritätserklärungen können über die Facebook-Seite der Gewerkschaft bzw. telefonisch weiergegeben werden: www.facebook.com/gwtuc bzw. +8801924150250

* Eigene Übersetzung