Politik

Ehemalige Opel-Beschäftigte um EU-Gelder betrogen

27.12.16 - Über 2.600 Kolleginnen und Kollegen von Opel in Bochum wechselten Anfang 2015 nach der Schließung des Opel-Werks in die Transfergesellschaft TÜV-Nord. Die EU stellte für Qualifizierung, Beratung und Vermittlung insgesamt 6,9 Millionen Euro zur Verfügung. Doch bei den Opelanern ist weniger als die Hälfte der EU-Mittel angekommen - lediglich 3,182 Millionen. 430.000 Euro hat der TÜV-Nord als "Verwaltungskosten" verrechnet.

Nach zwei Jahren werden über 1.000 Kolleginnen und Kollegen jetzt arbeitslos. Vermittelt wurden bislang rund 900 Menschen, weitere 700 gehen bald in Rente. Die Arbeit der Transfergesellschaft läuft Ende Dezember für die Mehrheit der Ex-Opelaner aus. Nur rund 100 Härtefälle werden ein drittes Jahr in der Transfergesellschaft betreut.

Der Betriebsrat vermutet, dass TÜV-Nord aus Konkurrenzgründen EU-Gelder nicht an andere Bildungsträger weiterreichen wollte. TÜV-Nord behauptet, ein Großteil der Gelder hätte nur für Fördermaßnahmen zur Verfügung gestanden, die den ehemaligen Opel-Mitarbeitern nicht geholfen hätten. Also haben die Opelbeschäftigten mal wieder selber Schuld.

Die Opelbeschäftigten dürfen nicht zum zweiten Mal betrogen werden! Die nicht abgerufenen Gelder müssen  für beschäftigungswirksame Maßnahmen der von Arbeitslosigkeit bedrohten Opel-Beschäftigten eingesetzt werden!