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Silvesterfeiern 2016 - Schöne Feiern und nachdenkliche Stimmung

Silvesterfeiern 2016 - Schöne Feiern und  nachdenkliche Stimmung
Fröhliche Frauen um Mitternacht in Essen (rf-foto)

01.01.17 - Milliarden Menschen begrüßten auf dem ganzen Globus den Jahreswechsel. Beginnend vom 31. Dezember um 11 Uhr deutscher Zeit auf Samoa bis heute um 11 Uhr auf Hawaii feierten sie Partys und spektakuläre Feuerwerke, wie in Sidney, Peking oder Berlin. In vielen Städten waren die Silvesterfeiern eine Mischung von Public-Viewing, Open-Air-Konzerten, aber auch Bürgerkriegsübungen. Unter dem Vorwand der Terrorbekämpfung wollen die Herrschenden die Menschen an die Präsenz bewaffneter Polizeikräfte und ständiger Kontrollen gewöhnen.

Wie wenig Schutz das gegen faschistischen Terror bietet, zeigte der menschenverachtende Anschlag in Istanbul in der Silvesternacht auf einen Nachtclub mit 39 Toten. In einer martialisch aufgerüsteten Stadt. „2016 war ein Jahr der schweren Prüfungen...“, so Merkel in ihrer Neujahresansprache. Aber auch 2017 wird es für die Herrschenden keinen Aufschwung geben, weil die Krisenhaftigkeit des Kapitalismus gesetzmäßig ist, sich vertieft und nicht aus der Welt zu schaffen ist.

Andere Signale kamen von den Silvesterfeiern von MLPD und Rebell, eine Stimmung des Aufbruchs – an vielen Orten zusammen mit dem 2016 auf den Weg gebrachten Internationalistischen Bündnis. Die ersten an rf-news eingegangenen Berichte spiegeln „rauschende Silvesterparties“ (Köln) wider aber auch eine nachdenkliche Stimmung angesichts der kommenden Herausforderungen. Unter den Feiernden: viele neue Freunde, Kolleginnen und Kollegen aus Betrieben, und viele Migranten, Flüchtlinge und Asylbewerber. „Zur Silvesterfeier … kamen Flüchtlinge aus Afghanistan, Pakistan, Mitkämpfer aus Bolivien, Griechenland, der Türkei und Indonesien", berichtete der Korrespondent aus Tübingen/Reutlingen.

 „Gemeinsam kämpfen – gemeinsam feiern war das Motto und zugleich eine Premiere beim Fest von MLPD, REBELL mit kurdischen Freundinnen und Freunden von NAV-DEM“, berichtete die Korrespondentin aus München.

In den Ansprachen wurden die Alleinstellungsmerkmale der MLPD und des Internationalistischen Bündnisses fortschrittlicher und revolutionärer Kräfte in Deutschland selbstbewusst vorgestellt – oft auch Kandidaten zu den 2017 anstehenden Bundestagswahlen.

Stefan Engel, der Vorsitzende der MLPD kritisierte in seiner traditionellen Ansprache kurz vor Mitternacht in Gelsenkirchen die Bundesregierung, die der AfD hinterher renne. Sie verberge hinter dem Begriff „Gefährder“, dass es sich bei Terroristen, wie jüngst in Berlin, um Faschisten handelt, die den Islam nur missbrauchen. „Wenn man sie 'Islamisten' nennt, nimmt man eine ganze Glaubensgemeinschaft in Haft und die gesamten Flüchtlinge dazu. Wir haben auch in Deutschland 10.000 Neofaschisten. Sind sie keine 'Gefährder'? Ob das IS-Faschisten oder Neofaschisten alter Prägung sind – das ist völlig egal.“

Vor allem hob er hervor: „Jeder muss sich ändern, jeder muss sich entscheiden: schaut er nur tatenlos zu oder beteiligt er sich und kämpft für die Menschenrechte, kämpft gegen Ausbeutung und Unterdrückung, kämpft für internationale Solidarität. Dazu muss man gegebenenfalls auch einmal persönliche Interessen hintenanstellen.“ Denn bei aller Vorfreude auf 2017 muss man sich auch auf Gegenwind der Regierung einstellen. So in Gelsenkirchen, wo einer der Rebellen akut von Abschiebung bedroht ist – der Jugendverband mobilisierte gestern Abend mit einer Unterschriftensammlung dagegen.

Einige nutzten den Abend, sich das druckfrisch erschienene überarbeitete Parteiprogramm der MLPD zu besorgen. Manche gaben auch gleich einen wohlüberlegten Aufnahmeantrag ab - auch das eine Vorbereitung auf kommende, stürmischere Zeiten.

Mitgebrachte Leckereien für die Buffets gehörten zu vielen Feiern: „International und reichhaltig das Buffet, so dass persönliche Diätpläne wohl bei den meisten erst einmal zurückgestellt werden mussten“, berichtet ein Korrespondent aus Düsseldorf.

Ideenreiche Kulturprogramme freuten die Gäste. In Duisburg wurde mit dem Jalava-Lied und dem Brecht-Gedicht „Inbesitznahme der großen Metro durch die Moskauer Arbeiterschaft“ der Blick auf die internationale Kampagne der ICOR zum 100. Jahrestag der Oktoberrevolution gerichtet.

In Recklinghausen und anderen Städten wurden Brigadisten und Delegierte zur 2. Internationalen Bergarbeiterkonferenz in Indien verabschiedet. Zur Spendensammlung gab es viele Initiativen, wie in Dortmund: neben einer Spendensammlung eine Tombola, Bleigießen und ein Ratespiel.

Ausgiebig wurde das Tanzbein geschwungen und/oder die eine oder andere intensive Diskussion geführt, was das kommende Jahr bringen wird. Kurz vor der Silvesterknallerei kamen aber wieder alle zusammen, um gemeinsam die Hymne der internationalen Arbeiterbewegung, die Internationale anzustimmen: „Die Internationale erkämpft das Menschenrecht!“

„Bis in den frühen Morgen hinein wurde an der Wasserkante ausgelassen gefeiert“, so ein Korrespondent aus Hamburg. Nicht nur dort. Die Redaktion bedankt sich bei den Korrespondenten, die nach einer durchgefeierten Nacht noch ihre Berichte schickten und wünscht allen Leserinnen und Lesern ein erfolgreiches, kämpferisches neues Jahr.