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Demonstrationen für die Rechte des kurdischen Volkes

Demonstrationen für die Rechte des kurdischen Volkes
Dresden am 8. Februar: Protest gegen den türkischen Staatsterror (rf-foto)

10.02.16 - In vielen Städten Deutschlands und Europas fanden und finden Demonstrationen gegen den türkischen Staatsterror, der das Massaker in Cizre angerichtet hat, und für die Rechte des kurdischen Volks statt.

In Dresden gab es am Montag eine Demonstration der Dresdner Kurdinnen und Kurden. Sie demonstrierten gegen die brutale Ermordung zahlreicher Menschen in der kurdischen Stadt Cizre. Es waren etwa 130 Menschen - darunter einige deutsche Freunde - die durch die Innenstadt marschierten. Neben Rednerinnen und Rednern von kurdischen Gemeinden konnte auch die Dresdner MLPD zu der Abschlusskundgebung sprechen.

Vom Ostendplatz in Stuttgart machten sich am Montag ca. 200 vorwiegend jugendliche Teilnehmer mit Musik und Tanz zum Protestzug 2016 in sechs Etappen nach Straßburg auf, wo am 13. Februar eine große Demonstration für die Rechte des kurdischen Volkes stattfinden soll, so für die sofortige Aufhebung des PKK-Verbots und das Ende des Staatsterrors gegen den kurdischen Befreiungskampf. Weiter berichtet ein Korrespondent aus Stuttgart: "Der Demozug solidarisierte sich mit von der Polizei in Gewahrsam genommenen Demoteilnehmern, protestierte gegen ihre Kriminalisierung und führte eine kurzfristige Sitzblockade auf den U-Bahngleisen durch. Erst nach weiteren Belästigungen und Verboten konnte der Zug seinen berechtigten Marsch nach Straßburg fortsetzen."

Aus Paris erhielt rf-news diesen Bericht: "Nachdem am 7. Februar im sogenannten 'Anti-Terror-Kampf' 60 Zivilisten in der Stadt Cizre durch türkische Streitkräfte ermordet wurden, riefen kurdische Organisationen am Montag zu Protestkundgebungen vor der türkischen Botschaft in Paris auf. Sie wurden dort von der französischen Polizei mit Schlagstöcken und Tränengas brutal angegriffen. 14 Aktivisten von Immigranten- und Jugendorganisationen wurden festgenommen. Unter anderem war die Ko-Vorsitzende der Vereinigung ACTIT, Hulya Uzun, Opfer des Einsatzes und musste im Krankrenhaus behandelt werden. Am Abend griff die Polizei auf dem Platz der Repubik erneut mit Tränengas an. Die Europäischen Regierungen schweigen nicht nur zu dem Massakern im türkischen Kurdistan, sie machen sich zu Komplizen!"

In Hamburg organisierten kurdische, türkische und deutsche Gruppen eine Protestkundgebung vor der türkischen Botschaft. Ca. 300 Menschen folgten dem Aufruf und kamen am Montag, um 12 Uhr, zu einer energischen Aktion zusammen. In vielen Beiträgen, die abwechselnd in deutsch und türkisch gehalten wurden, wurde die Politik der türkischen Regierung, die unbarmherzige Kriegsführung gegen die eigene Bevölkerung scharf angegriffen. Für besondere Empörung sorgte der Besuch von Bundeskanzlerin Merkel bei Erdogan.

rf-news veröffentlichte gestern den Demonstrationsaufruf von NAV-DEM, Demokratisches Gesellschaftszentrum der Kurdinnen und Kurden in Deutschland für den 9. und 10. Februar.

Wir freuen uns über Berichte und Korrespondenzen von den Demonstrationen!