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Die Hungerkatastrophe in Ostafrika und der El Nino

Die Hungerkatastrophe in Ostafrika und der El Nino

Die Auswirkungen der Dürrekatastrophen auf Viehbestände und Böden sind katastrophal (foto: Gemeinfrei)

08.02.16 – Eine schwere Dürrewelle hat Afrika aktuell im Griff. In Äthiopien herrscht die schlimmste Hungersnot seit 30 Jahren. Nach Angaben der äthiopischen Regierung sind von den knapp 100 Millionen Einwohnern 10,2 Millionen unmittelbar betroffen. In den von der Dürre betroffenen Gebieten in Südafrika sind bereits 40.000 Stück Vieh verdurstet. Bei Mais als Hauptnahrungsmittel geht die Ernte von sonst üblichen 11 Mio. Tonnen auf bestenfalls 4,7 Mio. Tonnen zurück. Simbabwe, einst die Kornkammer Afrikas, hat verheerende Ernteausfälle. Erst sterben die Tiere, dann die Kinder.

Ausgangspunkt dieser Hungersnot ist das Klimaphänomen El Nino. Hierbei handelt es sich um einen Auftrieb kühlen Wassers aus den tiefen Schichten des Humboldstroms vor der Küste Perus, der von Passatwinden ausgelöst wird. Dabei schwächt sich der Humboldstrom ab und kommt eine Zeit lang zum Erliegen, was einen Anstieg der Temperaturen zur Folge hat. Beim aktuellen El Nino handelt es sich um den wohl bisher stärksten seit 1870. Der El Nino bewirkt, dass sich Luft- und Meeresströmungen im Pazifikraum umkehren, mit der Folge von heftigen Regengüssen und Überschwemmungen in Südamerika und Trockenheit und Dürren im westpazifischen Raum, die bis nach Ostafrika wirken. So entstehen an der Ostküste Afrikas Dürren, weil der Passatwind hier ausfällt und keine feuchte Luft vom Ozean auf das Land bringt. Der Hamburger Klimaforscher und Umweltpreisträger Mojib Latif, der auch schon auf der „Offenen Akademie“ in Gelsenkirchen zu Gast war, hat durch Studien nachgewiesen, dass El Nino durch den Treibhauseffekt verstärkt wird, also solche Ereignisse immer heftiger und regelmäßiger auftreten werden.

Das Buch „Katastrophenalarm!“ von Stefan Engel qualifiziert diese Entwicklung so: „Die zunehmenden Dürrekatastrophen gefährden die Ernährung der Menschheit“.¹ Internationale Hilfsorganisationen warnen schon seit Monaten vor den Folgen von El Nino in Ostafrika. Aber weder die Vereinten Nationen noch die Bundesregierung haben darauf reagiert, obwohl sie ständig die Bekämpfung von „Fluchtursachen“ im Munde führen. Geradezu zynisch wird es in diesem Zusammenhang, wenn solche Not von den bürgerlichen Politikern noch nicht einmal mehr als Fluchtursache anerkannt wird und die Menschen bei ihnen unter die Kategorie "Wirtschaftsflüchtlinge" fallen würden.

Afrika ist in den letzten Jahren verstärkt Ausbeutungsobjekt der imperialistischen Mächte, besonders für China, geworden. Reiche Rohstoffvorkommen, aber auch zunehmend Arbeiter in Industriezentren wie in Südafrika werden durch deutsche Konzerne ausgeplündert. Gleichzeitig nimmt die Not und Armut der Bevölkerung zu.

Die Weltklimakonferenz der UNO hat deutlich gemacht, dass die Herrschenden in keiner Weise bereit sind, ernsthaft und in der gebotenen Eile den CO2-Ausstoß zu verringern. Damit nehmen sie auch weiter wachsende Hungersnöte in Kauf. Ein Grund mehr, sich aktiv am weltweiten Widerstand gegen die drohende Umweltkatastrophe zu beteiligen.

Das Rote Fahne"-Magazin Nr. 5 wird das Thema "El Nino" intensiv behandeln. Korrespondenzen dazu können bis Montag, 22. Februar, an rotefahne@mlpd.de geschickt werden. Das "Rote Fahne"-Magazin kann hier bestellt werden!

 

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¹) Stefan Engel: „Katastrophenalarm! Was tun gegen die mutwillige Zerstörung der Einheit von Mensch und Natur?“ Essen, 2014, S. 127

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