Politik

Antifaschistischer Mahngang in Dresden

Antifaschistischer Mahngang in Dresden
Am 13. Februar gehörte die Straße in Dresden der antifaschistischen Mehrheit (rf-foto)

15.02.16 - Am 13. Februar 1945 wurde Dresden im Rahmen der Luftangriffe des II. Weltkriegs zum Ziel britischer und amerikanischer Bomber. Jahrelang benutzten Faschisten und Neonazis diesen Termin zur scheinheiligen Trauer. In den Jahren nach 2010 setzten antifaschistische Massenblockaden durch das breite Bündnis "Dresden nazifrei" diesem Spuk ein Ende. Heute nun folgten etwa 1.500 Menschen im nazifreien Dresden einer Demonstration besonderer Art.

"Mahngang Täterspuren" erinnert an faschistische Kriegsverbrechen und deren Opfer - es ist jedes Jahr akribisch vorbereitet und exakt recherchiert. Dieses Jahr war das Schwerpunktthema "Euthanasie" - die Morde an kranken und behinderten Menschen, organisiert in zahlreichen Staatsstellen in „Rasseämtern“, der SS und faschistischen Organisationen der "Rassenhygien" und zur angeblichen "Volksgesundheit". Im nahen Pirna wurden in der ehemaligen foertschrittlichen Heilanstalt Sonnenstein vor allem psychisch kranke und geistig behinderte Menschen bestialisch ermordet. Der Hauptverantwortliche wurde in der sozialistischen Besatzungszone zum Tode verurteilt. Die meisten anderen Verantwortlichen setzten sich schnell in die westlichen Besatzungszonen ab und praktizierten zum Teil bis in die 1970er Jahre in Westdeutschland unbehelligt als niedergelassene Ärzte. Die Abschlusskundgebung fand auf dem Theaterplatz vor der Semperoper statt - im Faschismus dem obersten Kriegsverbrecher Hitler gewidmet, in der Gegenwart jeden Montag Ort der gruseligen „Pegida“-Versammlung. "Wir sind hier, weil wir solche Verbrechen nie wieder zulassen" - das war die einigende Aussage dieser bewegenden antifaschistischen Aktion.