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Köln: Flüchtlinge im Dreck zusammengepfercht und bedroht – Sie wehren sich!

Köln: Flüchtlinge im Dreck zusammengepfercht und bedroht – Sie wehren sich!
Plakat der MLPD zu den Europawahlen (rf-foto)

Köln (Korrespondenz), 19.02.16: Gesternnachmittag zogen ca. 60 Flüchtlinge aus einer Turnhallen-Massenunterkunft in einem Demonstrationszug zum Bundesamt für Migration, um dort einen Offenen Brief zu überreichen. Die Flüchtlinge erheben schwere Vorwürfe und stellen klare Forderungen. In ihrem Brief heißt es:

"Wir sind Familien aus verschiedenen Nationen. Unter uns sind schwangere Frauen, Kinder und Neugeborene. Wir sind hier zusammengepfercht mit hunderten Menschen in einem einzigen Raum ohne Abtrennungen und Privatsphäre. Es ist dreckig und es gibt kaum sanitäre Einrichtungen. Wir hungern und werden mangelernährt. Uns werden dringend notwendige Operationen und medizinische Versorgungen verweigert. Und als wäre das alles nicht genug, sind die 'Securities' in dieser Turnhalle Schwarzarbeiter, die sich uns gegenüber als Mafianetzwerk bezeichnen. Wir haben uns immer wieder bei dem Management der Unterkunft über diese Zustände beschwert, ohne dass sich irgendetwas verändert hat. Stattdessen wird uns sogar verboten, die Stadt zu verlassen und unser Besuch wird eingeschränkt. ...

Wir wollen endlich in Frieden leben, arbeiten, zur Schule und Universität gehen und uns wieder ein Leben aufbauen! Wir fordern, dass wir endlich unser Recht bekommen, in Deutschland zu bleiben! Wir fordern dezentrale Unterbringung in Wohnungen! Wir fordern, dass diese 'Unterkunft' geschlossen wird, sodass hier nie wieder jemand eingesperrt sein muss! ..."

Die Nachricht vom Protest der Flüchtlinge verbreitete sich wie ein Lauffeuer und zahlreiche Menschen kamen zur Unterstützung. Am kommenden Samstag, um 13 Uhr, wird ab Bahnhofsvorplatz eine weitere Protestaktion stattfinden.

Hier geht es zur Internetseite der Unterstützer der Flüchtlinge, wo auch der komplette Offene Brief zu lesen ist!

Hier zur aktuellen Flüchtlingsbroschüre der MLPD