Betrieb und Gewerkschaft

Opel Bochum: "Warum wird die Arbeitszeit-BV nicht gekündigt?

Opel Bochum: "Warum wird die Arbeitszeit-BV nicht gekündigt?

16.02.16 - Dazu heißt es in einem neuen Flugblatt der Initiative für eine kämpferische gewerkschaftliche Betriebsratsarbeit bei Opel in Bochum, "Offensiv", die seit der Schließung von Werk 1 im ehemaligen Opel-Werk 3 weiter aktiv ist:

"Unerträglich ist das Arbeitszeitchaos der letzten Monate. Erst 39 Stunden, und dann erstmals mehrere Wochen am Stück 30 Stunden/Woche. Natürlich immer nur in einzelnen Werksteilen, Fahrgemeinschaften sind kaum noch möglich. Um das Chaos perfekt zu machen, werden dann auch noch Kollegen in Bereiche mit verkürzter Arbeitszeit verliehen. … Unsere FS-Stunden können wir so nicht mal mehr nach unserem Wunsch nutzen, sondern nur, wann Opel will.

Dabei gibt es, seit für uns wieder der Flächentarifvertrag gilt, erst recht keinen Grund mehr, die Arbeitszeit-BV NICHT zu kündigen! Stattdessen werden auch von Betriebsräten wissentlich Falschaussagen verbreitet: 'Wenn wir die BV kündigen, haben wir 40-Stunden-Woche, drohen Verschlechterungen usw.' Das ist falsch!

Fakt ist: Die Betriebsvereinbarung zur Arbeitszeit kann sofort gekündigt werden. Nach Kündigung dieser BV tritt zunächst die alte Arbeitszeitregelung von 2001 in Kraft. Auch diese kann sofort wieder gekündigt werden. Dann gilt nichts anderes als der einheitliche Manteltarifvertrag der Metall- und Elektroindustrie: 'Die tarifliche regelmäßige wöchentliche Arbeitszeit beträgt 35 Stunden'! …

Warum also kündigt der BR die BV nicht? Will man gar nicht zurück zur 35-Stundenwoche, weil man wieder mehr Verständnis für die Belange der Firma hat, als für die Kollegen? Dass solche Zugeständnisse niemals einen Arbeitsplatz sichern können, zeigt Werk 1 zu Genüge. … Den Manteltarifvertrag haben wir uns doch nicht erkämpft, um ihn selbst an allen Ecken und Enden auszuhebeln!"

Hier der vollständige Text des Flugblatts