International

Polizei schießt auf streikende Bergleute in Mozambique

Polizei schießt auf streikende Bergleute in Mozambique

26.02.16 - Am Dienstag, dem 16. Februar, begannen 1.400 Kumpel in der Provinz Tete in Mozambique einen Streik für den Erhalt ihres Lohns gegen den brasilianischen Kohlekonzern Vale. Vale wollte ihnen die Prämie streichen und begründete die Lohnkürzung mit fallenden Kohlepreisen (auch auf der Website www.international-coal-miners.org wird darüber berichtet). Parallel zu der Lohnkürzung soll im Jahr 2016 die Förderung von Kohle verdoppelt, im Jahr 2017 um weitere 50 Prozent gesteigert werden. Am 19. Februar schickte die Provinzregierung Polizei, um den Streik zu brechen. Die Polizeikräfte eröffneten das Feuer auf die Bergleute. Todesopfer und Verletzte gab es offenbar nicht.

Hintergrund dieser Kämpfe ist der gnadenlose Vernichtungskampf der internationalen Bergbaukonzerne auf dem Rücken der Bergleute und der Natur in einer Situation weltweit fallender Rohstoffpreise. Die chinesische Regierung will rund 1.000 Bergwerke mit einer Kapazität von 500 Millionen Tonnen pro Jahr stilllegen. Große Kohleförderer Nordamerikas kündigen Entlassungen und die Streichung von Sozialleistungen an. Das Tschechische Bergbauunternehmen OKD plant in den nächsten drei Jahren die Gruben Paskov, Lazy und Darkov zu schließen. Im gleichen Zeitraum werden an anderer Stelle riesige neue umweltzerstörende Übertage-Bergwerke geplant.

Die erste internationale Bergarbeiteiterkonferenz im Jahr 2013 in Peru hatte zukunftsweisend auf diese Entwicklung vorbereitet: "Wir Bergarbeiter und unsere Familien sind herausgefordert wie kaum zuvor. Die Neuorganisation der internationalen kapitalistischen Produktion seit Ende der 1980er Jahren hat zu einschneidenden Veränderungen unserer Lebens- und Arbeitsbedingungen geführt. ... Es wird ein unvorstellbarer Raubbau an den Rohstoffen und unserer Natur betrieben – allein um maximale Profite zu scheffeln. ... Die Bergarbeiter, die Bauern, die Umweltschützer und die anderen sozialen und Volksbewegungen müssen sich vereinigen und weltweit kooperieren. So können wir unsere Kämpfe erfolgreich koordinieren und höher entwickeln." (Gründungsresolution der Internationalen Bergarbeiterkoordination)

Solche internationalen Zusammenschlüsse auf kämpferischer Grundlage sind eine wichtige Voraussetzung für die Herstellung der weltweiten Arbeitereinheit, weshalb die MLPD auch den Aufbau der Internationalen Bergarbeiterkoordination von Beginn an aktiv unterstützt hat. Zu ihren Aufgaben gehört auch die Organisierung der gegenseitigen Unterstützung von Kämpfen der Bergarbeiter in einzelnen Ländern - gerade auch gegen Versuche ihrer Unterdrückung. Deshalb gehört auch den Kumpels in Mozambique die Solidarität der Bergarbeiter in Deutschland. Solidaritätsgrüße können z.B. an die Adresse info@minersconference.org gesendet werden.

Die Internationale Koordinierungsgruppe lädt inzwischen zur 2. Internationalen Bergarbeiterkonferenz im Februar 2017 im Kohlerevier Godavari Khani in Indien ein (mehr dazu). Sie hat das Ziel, "eine neue Qualität des Zusammenschlusses der Bergarbeiterbewegung" zu erreichen, "die die Kraft und Macht entwickelt, auf die Entwicklung dieser Welt im Interesse aller Ausgebeuteten und Unterdrückten für eine lebenswerte Zukunft Einfluss zu nehmen". Dazu soll unter anderem ein gemeinsames Kampfprogramm verabschiedet werden. Die Mobilisierung der breiten Masse der Bergleute wird jetzt unmittelbar in Angriff genommen.