Umwelt

Pilz bedroht die Bananen

Pilz bedroht die Bananen
(foto: Michael Grundler auf flickr)

Dortmund (Korrespondenz), 12.01.17: Es gibt unzählige Bananensorten – 1.500 davon sind weltweit registriert. Doch in den Regalen der Supermärkte gibt es fast nur die Sorte "Cavendish". Die ist jetzt durch eine Pilzkrankheit TR4 vom  Aussterben bedroht. Bislang gibt es gegen die in den 1990er Jahren entdeckte Pilzkrankheit keine wirksamen Mittel. Der Pilz hat sich von Südostasien über Afrika und den Nahen Osten ausgebreitet. Sollte der Pilz das Hauptanbaugebiet Indien und das Hauptexportland Ecuador erreichen – wäre dies das Ende dieser Bananensorte,

Schuld an der drohenden Ausrottung ist der Anbau in Monokulturen. Damit die mechanische Verarbeitung funktioniert, müssen die Bananen standardisiert sein: "Wenn du eine Erntemaschine ins Feld schickst, dann willst Du Pflanzen da stehen haben, die auf derselben Höhe wachsen, am selben Tag reif sind und so weiter. Diese Uniformität gefährdet unser Nahrungssystem, weil schon eine einzelne Krankheit alles ausrotten kann." So der nigerianische Pflanzengenetiker Chikelu Mba.

So war der Anbau von weitgehend nur einer Sorte Kartoffeln eine wesentliche Ursache der großen Hungersnot in Irland im 19. Jahrhundert. Als diese durch eine Krankheit zerstört wurde, mussten rund eine Million Menschen sterben. Heute sind die internationalen Agrarmonopole hauptverantwortlich für das beschleunigt fortschreitende globale Artensterben. Die Vielfalt der Ökosysteme und die Artenvielfalt ist eine Voraussetzung für die biologische Lebensgrundlage der Menschheit. Ihre Zerstörung durch die internationalen Übermonopole ist ein Hauptmerkmal des Umschlags in die globale Umweltkatastrophe.

Mehr dazu in: Stefan Engel, Katastrophenalarm! Was tun gegen die mutwillige Zerstörung der Einheit von Mensch und Natur? S.142 ff.