Politik

Start der Tarifrunde im öffentlichen Dienst der Länder

Dortmund (Korrespondenz), 19.01.17: Gestern startete die Tarifrunde für 1 Million Beschäftigte im öffentlichen Dienst der Länder. ver.di und dbb fordern Verbesserungen von insgesamt sechs Prozent mehr Lohn und Gehalt. Die Verhandlungsführer der Länder kritisieren diese Forderung als "weit überzogen".

ver.di führt die Tarifverhandlungen als Verhandlungsführerin mit den DGB-Gewerkschaften GdP, GEW und IG BAU sowie in einer Verhandlungsgemeinschaft mit dem dbb beamtenbund und tarifunion. Die Forderung von ver.di beinhaltet eine soziale Komponente für untere Lohngruppen in Form eines Sockel- oder Mindestbetrages und die Einführung der Stufe 6 in den Entgeltgruppen 9 bis 15 sowie strukturelle Verbesserungen in der Eingruppierung bei einer Laufzeit von zwölf Monaten.

Außerdem wollen die Gewerkschafter/innen unter anderem die Bezahlung der Beschäftigten im Sozial- und Erziehungsdienst der Länder sowie der Erzieherinnen und Erzieher in Berlin und den Beschäftigten in der Pflege an die der Kommunen angegleichen. Für die Auszubildenden fordert ver.di eine Erhöhung der Vergütungen um 90 Euro, mehr Urlaub und die Übernahme nach der Ausbildung.

ver.di fordert die zeit- und inhaltsgleiche Übertragung des Tarifergebnisses auf die 1,1 Millionen Beamtinnen und Beamten sowie rund 700.000 Versorgungsempfänger im Bereich der Länder sowie 185.000 Beamtinnen und Beamte und 115.000 Versorgungsempfänger im Bereich der Kommunen.

2015 brachten große gewerkschaftliche Streiks ein wachsendes gewerkschaftliches Bewusstsein zum Ausdruck. Das spielte eine wichtige Rolle für die Einleitung eines fortschrittlichen Stimmungsumschwung. 2016 waren weniger Tarifrunden und in der Folge auch weniger Kämpfe. Umso besser, wenn dies im Wahljahr 2017 anders wird.