Betrieb und Gewerkschaft

Vertrauensleute bei TKS in Dortmund beschließen Tarifforderung

Dortmund (Korrespondenz), 16.01.17: Am 28. Februar 2017 läuft der Lohn- und Gehaltstarifvertrag in der Stahlindustrie aus. In der Öffentlichkeit, aber auch im Betrieb bei uns, wird über die Stahltarifrunde bislang noch wenig geredet. Trotzdem war die Vertrauensleutevollversammlung bei TKSE in Dortmund gut besucht. Als Forderung an die Tarifkommission beschlossen die Kolleginnen und Kollegen einstimmig:

  • 5% mehr Lohn und Gehalt bei einer Laufzeit von 12 Monaten
  • Weiterführung des Vertrags zur Altersteilzeit, dabei Heraufsetzung der Quote von 5% auf 6%
  • Weiterführung des Vertrags zum Umgang mit Werkverträgen

In der Diskussion kritisierten Vertrauensleute die Herleitung der Forderung aus der "allgemeinen und besonderen wirtschaftlichen Lage der Stahlindustrie". Dazu ein Vertrauensmann: "Damit machen wir uns Beschäftigten von den Kapitalisten abhängig, ordnen uns deren Profitinteressen unter. Ich sehe nicht ein, warum wir für die Abwälzung der VW-Krise durch niedrige Preise für Autobleche zurückstecken sollen. Wir haben  grundsätzlich andere Interessen als die Konzerne. Unsere Forderung muss sich deshalb danach richten, was wir als Beschäftigte und unsere Familien brauchen."

Gegen die Ankündigung, ganze Standorte zu schließen und den Stahlbereich auszuklammern, hat sich im letzten Jahr eine Kampfbereitschaft unter den Stahlbelegschaften über Thyssenkrupp hinaus gebildet. Die gilt es jetzt in einer offensiv geführten Tarifrunde zu festigen und auszubauen. Die Stahlkonzerne sollen wissen, mit wem sie sich anlegen. So wie um unsere Arbeitsplätze werden wir auch für mehr Lohn und Gehalt kämpfen müssen!

Es ist auffällig, dass die Stahlvorstände im Augenblick bemüht sind, die Widersprüche erst mal wieder zu dämpfen. Das ist auch im Interesse der Bundesregierung – die im Wahljahr eine Politisierung durch Arbeiterkämpfe möglichst verhindern will. Das müssen wir ausnutzen.