MLPD

Zum Tod von Herbert Mies

17.01.17 - Am 14. Januar 2017 starb Herbert Mies, Vorsitzender der DKP von 1973 bis 1990, im Alter von 87 Jahren in seinem Geburtsort Mannheim. In der Pressemitteilung des DKP-Parteivorstands wird Mies als "Arbeiterpolitiker" gewürdigt, der die DKP jahrzehntelang als "marxistisch-leninistische Partei" geprägt und "dem Widerstand gegen dieses System eine Richtung gezeigt hat".

Tatsächlich war Herbert Mies jedoch einer der Hauptverantwortlichen für die revisionistische Verzerrung des Marxismus-Leninismus und die illusionäre politische Richtung, die er verfolgte, endete  mit dem Zusammenbruch der DDR und der Sowjetunion in einem Desaster.

Mies, der aus einer kommunistischen Familie stammte, war nach dem II. Weltkrieg der KPD beigetreten und wurde zu einem führenden Funktionär der 1951 in Westdeutschland verbotenen Jugendorganisation Freie Deutsche Jugend (FDJ). 1954 wurde er in den Parteivorstand der KPD gewählt, nach deren Verbot 1956 übersiedelte er in die DDR und absolvierte ein Volkswirtschaftsstudium in Moskau. In der DKP-Pressemitteilung wird dies mit keinem Wort erwähnt, es heißt statt dessen, "er kämpfte gegen das KPD-Verbot".

Als Mies 1968 in die BRD zurückkehrte, um die vom Bundesjustizministerium erlaubte DKP-Gründung mit durchzuführen, hatte er den von der sowjetischen und der DDR-Führung vertretenen Revisionismus absolut verinnerlicht. 1969 wiesen Marxisten-Leninisten in einer grundsätzlichen Kritik den Opportunismus und Revisionismus des letzten KPD-Programms sowie der Grundsatzerklärung der DKP nach.

Mies wandte sich zeitlebens gegen die marxistisch-leninistische Kritik, begab sich mit der DKP nicht nur in politische, sondern auch in totale finanzielle Abhängigkeit von der SED und gefiel sich dabei, zu diplomatischen Empfängen und Gesprächen mit westdeutschen Wirtschaftsvertretern hinzugezogen zu werden. Unter dem Einfluss der Politik Gorbatschows, den er nach eigenem Bekunden "persönlich sehr gut kannte", veröffentlichte die DKP unter seiner Führung 1988 den reformistischen Programmentwurf "BRD 2000".

Eine ausführliche Version dieses Artikels mit weiteren historischen Tatsachen, Zitaten aus dem REVOLUTIONÄREN WEG und der ROTEN FAHNE der MLPD wird in einer der nächsten Ausgaben des Rote Fahne Magazins erscheinen.