Betrieb und Gewerkschaft

Frischpack-Bosse kassieren Niederlage vor Landesarbeitsgericht

Rosenheim (Korrespondenz), 23.01.17: Das Ergebnis der Betriebsratswahl im März 2015 bei der Käseverpackungsfirma „Frischpack“ in Mailing nahe dem oberbayerischen Rosenheim passte der Geschäftsführung überhaupt nicht. Ihre Zuträger und Gefolgsleute erlitten eine derbe Abfuhr und es gewann eine Mehrheit für die Interessen der Arbeiter.

Die Geschäftsleitung torpedierte schon im Vorfeld die Wahl und erreichte, dass vier Leute ihre Kandidatur auf der Liste des späteren Betriebsratsvorsitzenden wieder zurückziehen wollten, was natürlich nicht möglich ist. Das nahm die Firma zum Anlass, um auf die Nichtigkeit der Wahl zu klagen.

Der Richter am Landesarbeitsgericht in München wollte in der ersten Verhandlung keine Entscheidung treffen und lud zwei der vier Kandidaten, die ihren Unmut über fragwürdige Methoden gewisser Vorgesetzter geäußert hatten, als Zeugen.

Einer der beiden Zeugen war aus gesundheitlichen Gründen zu keiner Aussage mehr fähig, während der andere Zeuge offensichtlich jegliches Gedächtnis verloren hatte und sich trotz massiver Aufforderung des Richters an keine Vorgänge in Zusammenhang mit seiner Kandidatur erinnern konnte. Ob der Gedächtnisverlust mit der am selben Tag in der Früh um 8 Uhr, also zwei Stunden vor der Abfahrt zum Gerichtstermin, gemachten Zusage für seinen gewünschten Arbeitsplatz zusammenhängt, sei dahingestellt.

Die Klage der Firma wurde abgewiesen, die Rechtsbeschwerde wurde nicht zugelassen. Ein voller Erfolg für die Kollegen, eine beschämende Niederlage für die Geschäftsleitung!