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Montagsdemo-Protest gegen Trump - Teil des weltweiten Widerstands

Montagsdemo-Protest gegen Trump - Teil des weltweiten Widerstands
Die Montagsdemo Gelsenkirchen beim Anti-Trump-Protest (rf-foto)

24.01.17 - Die bundesweite Montagsdemo-Bewegung hatte zusammen mit dem Internationalistischen Bündnis zum "Protest gegen Trump" am 23. Januar aufgerufen. In vielen Städten stand der Angriff auf die ultrareaktionäre, rassistische, frauen-, migranten- und umweltfeindliche Politik des neuen US-Präsidenten im Zentrum der montäglichen Kundgebung bzw. Demonstration. Viele teilnehmende couragierte Frauen zeigten ihren Stolz, dass die weltweite kämpferische Frauenbewegung eine Vorreiterin dieser Demonstrationen ist. Montagsdemo-Bewegung und Internationalistisches Bündnis reihten sich damit in den Protest von Millionen von Menschen auf der ganzen Welt ein.

Aus Stuttgart wird berichtet: "Bei frostiger Kälte meldeten sich zahlreiche Rednerinnen und Redner zu Wort. Innerlich warm wurde es vielen der teilweise bis zu 70 Teilnehmerinnen und Teilnehmern bei dem Gedanken an den weltweiten Widerstand von der US-Ostküste bis zur Westküste, von Australien bis nach Schweden usw. Ein Montagsdemonstrant kritisierte die arbeiterfeindliche Berichterstattung der Medien, die den US-amerikanischen Arbeitern Trumps Wahlerfolg und den Rechtsruck in den USA in die Schuhe schieben wollen. Mehrere Beiträge zeigten auf, dass sich in seinen ersten Erlassen und Ankündigungen eine drastische Verschärfung der US-Politik nach innen wie nach außen abzeichnet."

Ein Korrespondet aus Bochum berichtet: "Ein Redner mahnte, sich auf einen längeren Kampf einzustellen. Zusammen mit Trump versprachen mehrere Großkonzerne die Schaffung neuer Arbeitsplätze in den USA. Auch Hitler konnte anfangs viele täuschen. Das Ende sei bekannt ... Trump und sein Vize Pence, der leugnet, dass sich die Menschheit aus niedrigen Lebewesen in Millionen Jahren entwickelte, können die Menschen nicht für dieses Gesellschaftssystem begeistern. Ihre reaktionäre Ideologie ist gefährlich, aber auch typisch für untergehende Klassen."

In Saarbrücken waren "Jugendliche vom REBELL und Kinder bei der heutigen Aktion besonders aktiv und ließen sich was einfallen": "Sie waren vorne dran beim Flugblättchen-Verteilen, Unterschriften sammeln ... ."

In Solingen schallte es lauthals in Abwandlung des Montagsdemo-Klassikers über den Solinger Neumarkt "Es hat keinen Zweck, der Trump, der muss weg..." Mehr Passanten als sonst blieben stehen. Eine Auseinandersetzung gab es um das Schreiben eines Freundes, der die Aktion für unnötig hielt: man solle erst mal abwarten, was Trump tatsächlich macht.

Christiane Link, Kreisvorsitzende der MLPD Gelsenkirchen, ging bei der dortigen Montagsdemonstration ebenfalls auf solche Beschwichtigungen ein. Donald Trump sei kein Clown, man müsse ihn ernst nehmen. Er ist Interessensvertreter des reaktionärsten Teils des US-Finanzkapitals. Sie rief: "Unsere Antwort ... kann nur der internationale Zusammenschluss aller fortschrittlichen und revolutionären Kräfte sein. ... Warum sollten wir uns solche Regierungen wie in den USA, in der Türkei oder von Angela Merkel gefallen lassen? Auf dieser reichen Erde müsste kein Mensch hungern oder in Kriegen sterben. Aber wir müssen dafür den Herrschenden die Welt aus der Hand nehmen. Deshalb treten wir von der MLPD für den Sozialismus als Alternative ein." Unter den Teilnehmern waren Montagsdemonstranten der MLPD, des Jugendverbands REBELL, vom Frauenverband Courage, Migranten aus mehreren Ländern und internationale Gäste aus Nepal, Marokko, Südafrika und Tunesien, die sich auch zu Wort meldeten.

Zu den weltweiten Anti-Trump-Protesten am vergangenen Samstag erklärte Gabi Gärtner, stellvertretende Parteivorsitzende der MLPD und Spitzenkandidatin der Internationalistischen Liste/MLPD in Nordrhein-Westfalen in einer gestern erschienenen Pressemitteilung: "Am Tag nach der Amtseinführung des neuen US-Präsidenten Trump erlebte die Welt einen der größten international koordinierten Massenproteste der Geschichte. Allein in den USA gingen bei über 700 Demonstrationen und anderen Aktionen ca. 4,5 Millionen Menschen auf die Straße – die größten Proteste, die die USA bislang jemals an einem Tag erlebten.

Am Pranger stand völlig zu Recht die frauen- und migrantenfeindliche, rassistische, umweltzerstörerische, ultranationalistische und ultrareaktionäre bis faschistoide Politik von Trump als Vertreter der aggressivsten Kreise des US-Finanzkapitals. Vorreiterinnen waren die couragierten Frauen, die sich Trumps sexistische und reaktionäre Übergriffe auf Frauenrechte und Frauenwürde keinen Tag länger gefallen lassen wollen. Noch nie gab es bisher eine solch große kämpferische Frauenmanifestation.

Auf allen Kontinenten protestierten Menschen gegen Trump und den Rechtsruck, den er repräsentiert, und den vieler anderer Regierungen. So unter anderem in Australien, und Neuseeland, in Wien, Paris, London und Rom. In Deutschland gab es noch kleinere Proteste u.a. in Berlin, Heidelberg, Frankfurt und München. Aufgerufen hatte weltweit auch die revolutionäre Weltorganisation ICOR, in der die MLPD Mitglied ist. Die weltweiten Massenproteste gegen Trump drücken unüberseh- und unüberhörbar einen fortschrittlichen Stimmungsumschwung unter den breiten Massen aus."