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2. Internationale Bergarbeiterkonferenz: Die Diskussion eines gemeinsamen Kampfprogramm der Bergarbeiter hat begonnen

2. Internationale Bergarbeiterkonferenz: Die Diskussion eines gemeinsamen Kampfprogramm der Bergarbeiter hat begonnen
Demonstration mit 6000 Menschen zu Beginn der 2. Internationalen Bergarbeiterkonferenz (foto: www.minersconference.org)

04.02.17 - Am gestrigen Freitag eröffnete die Internationale Koordinierungsgruppe (ICG) mit dem Hauptkoordinator Andreas Tadysiak die 2. Internationale Bergarbeiterkonferenz (IMC) in Indien. An ihr nehmen Bergarbeiterdelegationen aus 16 Ländern teil. Weitere Delegationen wurden von den Behörden in ihren Ländern zurückgehalten. Oder ihnen wurden Visa von den indischen Botschaften verweigert. Zuvor hatten sich ein großer Teil der mehr als 600 Teilnehmerinnen und Teilnehmer zum feierlichen Hissen der Fahne der IMC im Garten versammelt. Anschließend hielten der ehemalige Richter des obersten Gerichtes in Indien, Sri Gopala Gowda und Professor Kodandam als Schirmherren eine Rede bei der Eröffnungszeremonie.

Die Konferenz findet im Bergbaugebiet Singareni statt, auch als Manchester Indiens bekannt. Hier haben die Bauern und die Bergarbeiter schon viele harte Kämpfe geführt, bis hin zu bewaffneten Aufständen. Die Bergarbeiter und ihrer Familien sind stolz, dass die 2. Internationale Bergarbeiterkonferenz in ihrer Region stattfindet.

Über mehrere Monaten wurde die Konferenz von 10 indischen Gewerkschaften vorbereitet, die sich im nationalen Vorbereitungskomitee zusammengeschlossen hatten. In ganz Indien wurden in den Bergbaugebieten Zehntausende Flyer verteilt, Arbeiterversammlungen vor und auf den Zechen durchgeführt, Plakate aufgehängt und Spenden gesammelt. In der Umgebung der Konferenz, der Bergarbeiterstadt Godavarikhani, haben Aktivisten über 40 Zechen besucht. Sie sind durch Bergbausiedlungen gezogen und haben die Stadt mit Wandmalereien, Bannern und Girlanden geschmückt. Ein Erfolg war auch, dass sich drei der in der Region aktiven Gewerkschaften auf gemeinsame Aktivitäten zur Mobilisierung geeinigt hatten.

6000 Menschen - der große Teil Bergarbeiter kamen zur Auftaktdemonstration am 2. Februar in Godavarikani. Neben den internationalen Delegierten waren aus allen Regionen Indiens Bergarbeiter gekommen. Die Homepage minersconference.org berichtet:

„Dicht gedrängt geht der Demonstrationszug durch Arbeiterwohngebiete, dann durch den Stadtkern von Godavarikhani. Wie in einem Spalier stehen und sitzen die Menschen an der Seite und winken der Demonstration begeistert zu - viele Frauen und Kinder in ihren Schuluniformen sind dabei. ... Bewohner schließen sich dem Zug an. … Auffallend sind die vielen Gruppen von Frauen in ihren bunten Gewändern. Die gemeinsame Demonstration verbindet.“

Anschließend startete die Kulturveranstaltung mit über 2000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern. Vielfältige, Kulturbeiträge wechselten mit Reden der Mitglieder der Internationalen Koordinierungsgruppe sowie von Redner der beteiligten Gewerkschaften. Die regionalen Medien sind täglich voll von Berichten und Bildern der Konferenz, die in der Region Tagesgespräch ist.

Am Vormittag trugen die Delegierten informative Berichte über die Lage der Bergarbeiter und ihrer Familien aus 16 Ländern vor. Offensichtlich gibt es zwischen den Bergarbeitern und ihren Familien viel mehr Gemeinsamkeiten als Besonderheiten.

Nach der Mittagspause wurde die Generalversammlung der 2. IMC eröffnet. Alle Beschlüsse zur Tages- und Geschäftsordnung wurden einstimmig getroffen. In der anschließenden Diskussion des Rechenschaftsberichtes der ICG wurde eine positive Entwicklung der Internationalen Bergarbeiterkoordination festgestellt. Gleichzeitig wurde auch kritisch-selbstkritisch diskutiert, dass die Koordination erst noch in den Anfängen steckt und systematisch entwickelt werden muss. Delegierte aus Polen und Marokko berichteten, welche Rolle die Koordination für ihre Kämpfe gespielt hat und dass sie unbedingt intensiviert und höher entwickelt werden muss. Delegierte aus Indien berichteten, dass bei einem Bergwerksunfall 100 Bergleute ums Leben kamen. Darüber müssen alle Bergarbeiter der Welt informiert werden, um gemeinsam vorzugehen. Im zweiten Teil des Nachmittags begannen die Delegationen über den Entwurf des Kampfprogramms zu diskutieren.

Die Konferenz ist selbstorganisiert - gestützt auf zahlreiche freiwillige Brigadisten aus Indien, die mit internationalen Brigadisten zusammenarbeiten. Es gibt zwei Mal am Tag reichlich indisches Essen. Gemeinsam wurden auch Probleme mit der Übersetzungstechnik gelöst, so dass diese im Laufe des Tages immer besser funktionierte. Der zweite Tag der Konferenz endete mit einem weiteren fulminanten Kulturabend.

 

IMC Versammlungsraum