International

4. Februar. Der Tag der Foren auf der 2. IMC

05.02.17 - Am dritten Tag der Internationalen Bergarbeiterkonferenz diskutierten rund 600 Teilnehmerinnen und Teilnehmer in zehn Foren engagiert und konzentriert über die ganze Bandbreite des Lebens und des Kampfes der Bergarbeiter und ihrer Familien. Manche Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren aus anderen Regionen Indiens angereist. Für jedes Forum hatten Delegationen aus den verschiedenen Ländern die Verantwortung für die Vorbereitung und Durchführung übernommen. Die Durchführung war allein schon wegen der Sprachbarrieren eine enorme Herausforderung: Nur ein kleiner Teil der indischen Bergarbeiter und ihrer Familien spricht englisch der große Teil Telugu, andere Hindi. So wurden oftmals Übersetzer aus dem Forum gewonnen! Die Foren wurden mit einem Einleitungsbeitrag eröffnet,es wurden die Redezeit und die Diskussionsregeln vereinbart.

Beim Forum 7 „Lebensverhältnisse der Frauen und Familien“ wurden unter anderem die Ergebnisse der Weltfrauenkonferenz 2016 vorgestellt. Bei der Stelle, dass „alle Bergarbeiter der Welt mit dem Fuß aufstampfen müssen“, gab es spontan Beifall und zustimmendes Gelächter. In den Foren wurden auch Resolutionen verabschiedet und Adressen zur weiteren Zusammenarbeit ausgetauscht. Auch in anderen Foren traten Frauen selbstbewusst auf. So auch im Forum zum Zustand der demokratischen Rechte und Freiheiten der Arbeiter. Dort wurde die Forderung vorgebracht, dass in Indien die Frau nach einem tödlichen Arbeitsunfall ihres Mannes auch Anspruch auf einen Arbeitsplatz im Bergbau bekommen soll. Das gilt bisher nur für den Sohn.

Im Forum „Gewerkschaftsbewegung und Umgang mit gewerkschaftsfeindlichen Positionen“ trafen verschiedenste Erfahrungen mit der Arbeit in Gewerkschaften aufeinander. Wesentliche Frage war der Wunsch, die Herstellung der Arbeitereinheit voranzubringen. „Tiger im Wald können zusammen leben, aber wir in unserem eigenen Haus sind wir wie Hund und Katze“ - so kritisierte ein indischer Teilnehmer die  bisher noch oftmals vorherrschende Zersplitterung und Spaltung der Gewerkschaftsbewegung in Indien und anderen Ländern.

Es wurde im Forum 2 „Aufbau regionaler Koordinationen der Bergarbeiter“ vorgeschlagen, die regionale Koordinierung auszubauen und künftig auch   zusätzlich regionale Bergarbeiterkonferenzen durchzuführen. Im Forum 4 zum Schutz der Umwelt und Verteidigung der Arbeitsplätze fand eine beeindruckende Diskussion statt. Die Verantwortung der Bergarbeiter für den Kampf zum Schutz der Umwelt hat  sich seit der ersten Bergarbeiterkonferenz vertieft und erweitert. So berichteten indische Bergarbeiter, wie sie den Kampf der Landbevölkerung gegen die Vertreibung für den Übertagebau unterstützen.

Im Forum 1 „Aufbau eine gemeinsamen Kampfes um Löhne, Renten und Arbeitssicherheit“ wurde deutlich, dass die Bergarbeiter weltweit dieselben Gegner haben: die internationalen Bergbau- und Rohstoffkonzerne und ihre Regierungen. Bei allen Besonderheiten stellten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer fest, dass die Gemeinsamkeiten überwiegen. Sie forderten eine „Richtschnur für den gemeinsamen Kampf“ und verabschiedeten gemeinsame Forderungen für die Löhne, gegen Leiharbeit, für die Renten und Arbeitssicherheit. In den Foren zeigte sich bei allen noch bestehenden Meinungsverschiedenheiten ein hohes Maß an Vereinheitlichung.

Der Wunsch nach einer Koordinierung der Kämpfe der Bergarbeiter zog sich wie ein roter Faden durch alle Foren. Beim Kulturabend an diesem Abend beteiligten sich mehr internationale Teilnehmer als am Vorabend. Verschiedene Länder kombinieren ihre Beiträge oder treten zusammen auf, wobei die Stärkung der internationalen Verbrüderung unübersehbar wird. Der Abend endete mit dem gemeinsamen Lied „We shall overcome“.