Politik

Oberhausen: Breiter Protest gegen AfD-Landesparteitag

Oberhausen: Breiter Protest gegen AfD-Landesparteitag
"Kein Fußbreit den Faschisten" prägte den vergangenen Sonntag in Oberhausen (rf-foto)

Oberhausen (Korrespondenz), 31.01.17: Noch vor einer Woche hatte der Hauptausschuss des Oberhausener Stadtrats versucht, den Parteitag der AfD am 29. Januar zu verhindern. Es sollte kein schriftlicher Mietvertrag für die Stadthalle unterschrieben werden. Jedoch genehmigte das Landgericht Duisburg die Nutzung, indem es feststellte, dass bereits ein gültiger mündlicher Mietvertrag zwischen AfD und dem städtischen Hallenbetreiber vorliegen würde.

Ein breites antifaschistisches Bündnis mobilisierte gegen den AfD-Landesparteitag. Auch die DGB-Gewerkschaften hatten zu den antifaschistischen Protesten aufgerufen. Ab 7 Uhr fanden sich einige Hundert Antifaschisten vor der Stadthalle ein, um die bis 10 Uhr anreisenden AfDler gebührend zu "empfangen". Beschützt von einem massiven Polizeiaufgebot konnten die Faschisten und Ultrareaktionäre der AfD schließlich in die Halle. Um 12 Uhr sammelten sich am Hauptbahnhof über 1.200 Antifaschisten, die in einem Demonstrationszug durch die Innenstadt zur Stadthalle zogen. Entschlossenheit, den "Anfängen zu wehren", prägte die Stimmung. Familien mit ihren Kindern, junge und ältere Menschen aus Oberhausen und der Umgebung waren vor Ort.

Als vor der Stadthalle aus dem Demonstrationszug drei Böller geworfen wurden, nahm die Polizei das zum Anlass, den Weitermarsch zu stoppen. Die Demonstration wurde eingekesselt. Einzelne Demonstranten wurden festgenommen, Videoaufnahmen von den Beteiligten gemacht. Durch das beherzte Auftreten der Demonstrationsleitung, die über weithin hörbare Lautsprecher eine sofortige Einstellung aller Polizeiprovokationen forderte, sowie das besonnene Verhalten der Antifaschisten, die sich nicht von der Polizei provozieren ließen, konnte schließlich die Fortsetzung der Demonstration durchgesetzt werden.