Politik

Berlin: Streik und Protesttag bei der Charité Facility Management GmbH (CFM)

Berlin: Streik und Protesttag bei der Charité Facility Management GmbH (CFM)
Streikdemo der Charité-Beschäftigten am 6. Februar 2017 (rf-foto)

Berlin (Korrespondenz), 07.02.17: Ca.150 Kolleginnen und Kollegen der CFM protestierten gestern vor dem Neujahrsempfang der Charité. Während sich drinnen die eingeladenen honorigen Gäste selbst beweihräucherten über ihre Erfolge zum "Leuchtturm Charité",  riefen draußen die Kolleginnen und Kollegen der CFM ihre Parolen: "Wir sind hier, wir sind laut, weil man uns die Zukunft klaut" und "Schluss mit den Armutslöhnen an der Charité".

Schon ab morgens hatte die ver.di-Betriebsgruppe zum ganztägigen Warnstreik aufgerufen. Über zehn solcher ganztägiger Warnstreiks gab es nun schon seit Monaten. Die CFM, die zu 51 Prozent im Eigentum des Landes Berlin ist und zu 49 Prozent den Konzernen Dussmann, Vamed-Fresenius und Hellmann gehört, verschleppt Tarifverhandlungen mit provokativen Billigangeboten kaum über Mindestlohn. Um die Warnstreiks zu unterlaufen, versucht sie massiv die 2.800 Beschäftigten der CFM einzuschüchtern und zu erpressen. So wurden unter anderem die streikenden Transporteure für Blutkonserven durch Streikbecher ersetzt und schon seit Jahren werden Zeitverträge kämpferischer Kollegen nicht verlängert. Eine Tarifforderung ist deshalb auch das "Ende sachgrundloser Befristungen". Trotz Einschüchterung und versuchter Erpressung wächst die Streikbeteiligung an.

In einem Solidaritätsflugblatt erklärte der ehemalige Charité-Personalrat und aktuelle Bundestagswahlkandidat auf der Landesliste der Internationalistischen Liste – MLPD, Rolf-Andreas Trendelenburg, seine uneingeschränkte Unterstützung für diesen Kampf: "Ein Betrieb - eine Belegschaft - ein Tarifvertrag auf dem Niveau des TV-Charité ... Die zehn Jahre anhaltenden Streiks und Proteste der Charité- und Vivantes-Beschäftigten sind ein ermutigender Teil des fortschrittlichen Stimmungsumschwungs der Arbeiter in Deutschland."